Aachen: Neue Reihe der VHS: Geschichten aus der Welt der Arbeit

Aachen : Neue Reihe der VHS: Geschichten aus der Welt der Arbeit

„In Aachen wurde eine Menge erlebt“, sagt Ludger Bentlage. Gemeint sei in diesem Fall nicht die Stadt oder deren Bevölkerung, gemeint seien vielmehr die unterschiedlichen Gewerkschaften. Und weil deren regionale Entwicklungen außerordentlich spannend sind, sollen „Geschichten aus der Arbeitswelt“ bei einer neuen Veranstaltungsreihe in der Volkshochschule erzählt werden.

So richtig begann die Recherche anlässlich des 150. Geburtstags der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor zwei Jahren. Neben Bentlage haben sich auch die beiden anderen Moderatoren der Informationsabende, Klaus Brülls und Winfried Casteel, detailliert mit der Thematik auseinandergesetzt. Denn ein Blick zurück lohne sich auch für die Zukunft, ist Bentlage überzeugt: „Man muss ja das Rad nicht neu erfinden.“ Stattdessen solle die Vergangenheit in die Zukunft projiziert werden, so dass man aus der Geschichte lernen könne, erklärt er. Dabei müsse auch nicht 20, sondern manchmal auch nur einige Jahre zurückgeschaut werden.

Streiks und Arbeitszeiten

Ergebnisse der Recherchen sind drei Gesprächskreise, die in Kooperation der VHS, des Arbeitskreises Arbeit und Leben DGB/VHS sowie der Gewerkschaft NGG entstanden sind. Sie finden jeweils am ersten Donnerstag der Monate März, April und Mai von 18.30 bis 20 Uhr im VHS-Gebäude, Peterstraße 21-25, statt. Am 2. März liegt der Schwerpunkt auf der Veränderung und Entwicklung der Arbeitszeit, während am 6. April die Streiks in der Aachener Region thematisiert werden. Am 4. Mai steht schließlich die Rationalisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt im Mittelpunkt.

„Es sind Zeitzeugen eingeladen, die aus eigener Erfahrung berichten“, erläutert Winfried Casteel. Eine Teilnehmerin wird über die Zeit berichten als erstmals Frauen in den Schichtbetrieb aufgenommen wurden. Insgesamt wird die Ausdehnung der Schichtarbeit mit kritischen Augen betrachtet. „Es ist heute ja schon fast Normalität, dass ein Sonntag ein Regelwerktag ist“, sagt der Geschäftsführer der NGG, Peter Mogga. In der Veranstaltungsreihe solle die Frage nach dem Sinn dieser Entwicklung gestellt werden: Ist das ein wirklich Modell für die Zukunft?

Bei einem großen Zuspruch und Interesse der Aachener Bürger ist auch eine Verlängerung der intensiven Recherchen nicht ausgeschlossen. Denn Mogga erklärt nicht ohne Grund, dass immer noch vieles „im dunklen Bereich“ liege.

Die Veranstaltungen finden am 2. März, 6. April und 4. Mai jeweils von 18.30 bis 20 Uhr in Raum 215 des VHS-Gebäudes an der Peterstraße 21-25 statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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