Aachen: Neue Kriminelle erfordern eine andere Polizei

Aachen : Neue Kriminelle erfordern eine andere Polizei

„Das wird an einem Wochenende über die Bühne gehen, so dass wir am Montag wieder voll arbeitsfähig sind“, kündigte Polizeipräsident Dirk Weinspach am Freitag ein Wochenende mit Stühlerücken und Kistenschleppen an.

„Draußen stehen die Möbelwagen. Das ist ein richtiger Kraftakt und fordert ungeheuren logistischen Aufwand.“ Durch eine Umorganisation der Direktion Kriminalität wollen sich die Aachener Ordnungshüter neu aufstellen, um schlagkräftiger, effizienter und zukunftsfähiger zu werden.

275 von 417 Mitarbeitern müssen künftig ihren Job in einer neuen Dienststelle erledigen. Die Sicherheit der Bürger solle mit dem vorhandenen Personal bestmöglich gesichert werden, auch den vorhandenen Service wolle man mindestens beibehalten oder gar verbessern, sicherte Weinspach zu. So sollen Wege eher verkürzt als verlängert werden und feste Sprechzeiten in manchen Kommissariaten eingeführt werden, wo es bislang nur wechselnde Termine gegeben hat.

Die Formen der Kriminalität hätten sich geändert, die Schwerpunkte der Straftäter gewandelt, überhaupt sei die Klientel eine andere geworden. Die letzte Neuausrichtung liege jedoch schon zwölf Jahre zurück. Dem wolle man durch die Neuaufstellung Tribut zollen, kündigte Weinspach an. Er führte einige Beispiele an: Bisher waren Beamte, die jugendlichen Intensivtätern auf den Fersen waren, und die Ermittler von Raubdelikten in zwei verschiedenen Kommissariaten untergebracht. Jetzt werden sie zusammengefasst, denn die Intensivtäter begehen immer wieder Raubdelikte („Antanzen“). Der Staatsschutz zieht in die Aachener Kasernenstraße. Dort werden jetzt auch die Beamten, die früher in Stolberg gegen den Rechtsextremismus ermittelt haben, untergebracht. Der Kampf gegen Rechts bleibe ein Schwerpunkt. Auch bei der Bekämpfung des islamistischen Terrorismus will die Polizei schlagkräftiger werden. Wohnungs- und Kfz-Delikte, die mitunter tief in das Leben der Betroffenen eingreifen, werden ebenfalls in einem Kriminalkommissariat (KK 14) zusammengefasst. Weinspach: „Das macht spezialisierte Ermittlungen möglich.“

Nicht ohne Spannungen

Ulrich Flocken, Leiter der Direktion Kriminalität, bezeichnete die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Straftaten aufgeklärt werden, als hoch. Schon 2015 waren die Kommissariate in Alsdorf und Herzogenrath sowie in Eschweiler und Stolberg zusammengefügt worden, um schlagkräftigere und größere Einheiten zu schaffen. Personalratsvorsitzender Rainer Axer berichtete davon, dass man 95 Prozent der abgefragten Versetzungswünsche habe erfülle können, nur in wenigen Fälle müssen Mitarbeiter neue Aufgaben gegen ihren Willen erfüllen. Am Umzugswochenende wird die Kriminalwache verstärkt, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

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