Die Aachener sind „fairliebt“: Neue Kampagne für gerechteren Handel

Die Aachener sind „fairliebt“ : Neue Kampagne für gerechteren Handel

Der Aachener ist neuerdings „fairliebt“. Und nein, er hat keine Rechtschreibschwäche. „Ich bin fairliebt“ nennt sich nämlich die neue Kampagne der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Aachen, die die Idee des fairen Handels in Aachen bekannter machen soll.

Seit 2011 besitzt Aachen als eine von mehr als 500 Städten und Gemeinden in Deutschland den Status als Fairtrade-Stadt.

Doch was meint Fairtrade überhaupt? Generell bezeichnet der Begriff einen ressourcenschonenden Handel und eine Partnerschaft zwischen Konsumenten und Produzenten. Ausbeutung und Zwangsarbeit sind verboten. Es geht dabei zum Beispiel um „Mindestlöhne, Arbeitsschutzbestimmungen und dass Kinder zur Schule gehen, statt zu arbeiten“, erklärt Bürgermeister Norbert Plum.

Die neue Kampagne soll dem Thema ein Gesicht geben. Zahlreiche Plakate werden in der Innenstadt aufgehängt und Fairtrade-Aufkleber auf Schaufenster geklebt. Wer ein solches Logo auf seine Scheibe anbringt, der sagt: „Hier gibt es fair gehandelte Artikel.“ Aber: „Natürlich muss es nicht das gesamte Sortiment sein“, ergänzt Siegbert Gossen, Vorstandsmitglied vom Weltladen. Derzeit sind in Aachen 24 Geschäfte in einem Online-Stadtplan als Fairtrade-Läden eingetragen.

Neue Partner zu gewinnen, sei jedoch nicht so einfach, betont die Steuerungsgruppe, zu dem unter anderem auch die Stadt Aachen, der Märkte- und Aktionskreis City (MAC) sowie viele weitere Organisationen gehören. „Es ist nun mal ein Markt, bei dem es um billig und billiger geht“, sagt Gossen. Fairtrade kostet meist mehr, da ist der Kunde gefragt. „Denn dieser entscheidet durch den Kauf, was in die Regale der Geschäfte kommt“, meint Manfred Piana vom MAC.

In Aachen unterstützen unter anderem Bäckereien, Textilgeschäfte und Biomärkte das Projekt. Aber auch Ungewöhnliches lässt sich finden: Das Bestattungshaus InMemoriam beispielsweise. „Die Leute stutzen, wenn sie das Fairtrade-Logo sehen“, erläutert Inhaberin Regina Borgmann. Doch auch Bestattungsunternehmen können nachhaltig agieren — sei es durch fair gehandelte Rosen oder biologisch abbaubare Urnen.

Der Schwerpunkt der Kampagne findet während der bundesweiten „Fairen Woche“ statt, die bis zum 28. September läuft. Dazu gehört auch ein Lastenfahrrad, das derzeit in Aachen unterschiedliche Stationen ansteuert und auf die Aktion aufmerksam macht. Warum ausgerechnet ein Fahrrad? „Naja, wir hätten auch einen Bus mieten können“, sagt Siegbert Gossen. „Aber ein Fahrrad ist eben nachhaltiger.“

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