Aachen: Neue Idee: „Lernorte“ statt Förderschule?

Aachen: Neue Idee: „Lernorte“ statt Förderschule?

Eigentlich sollte die städtische Förderschule Walheim schon in diesem Sommer ins Schulgebäude am Kennedypark ziehen. Der Termin allerdings wurde mehrfach verschoben. Nun soll der Umzug im Sommer 2015 über die Bühne gehen — wenn die Schule überhaupt umzieht.

Der Schulausschuss hat erneuten Beratungsbedarf angemeldet und auch einen weiteren Ortstermin in der Schule angeregt. Aus der Verwaltung kommt zudem der Impuls, das Konzept für die Zukunft der Primarförderschule grundsätzlich zu überdenken. „Ist es wirklich die beste Lösung, 50 Grundschüler in die Immobilie Kennedypark zu geben?“, fragte Schuldezernentin Susanne Schwier in der Sitzung. Die Beigeordnete stellte ein alternatives Modell zur Diskussion: „Man könnte die Möglichkeit nutzen, die vier Jahrgänge als dezentrale schulische Lernorte einzurichten.“

Das 9. Schulrechtänderungsgesetz in NRW sieht solche „schulischen Lernorte“ für Förderkinder mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung ausdrücklich vor. Sie sollen Kinder unterstützen, die einen besonders ausgeprägten Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung haben.

„Viele Schulen benötigen die Kompetenz der Lehrer, die bisher in Walheim arbeiten“, ergänzte Schwier. Durch die Einrichtung solcher Lernorte könne das Know-how der Förderschule Walheim mehr in die Stadt getragen und an Schulen „angedockt“ werden.

Ins Stocken geraten ist die gesamte Umzugsplanung durch die immensen Kosten für den Umbau. Die Peter-Härtling-Schule braucht für den Unterricht zum Beispiel Differenzierungsräume mit Sichtverbindung zum Klassenzimmer. Eine erste konkrete Kostenschätzung landete bekam auf 485.000 Euro. Seitdem wird hin und her überlegt, ob die Sache nicht billiger geht, die Schule aber trotzdem die pädagogische Infrastruktur erhält, die sie braucht, um auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen.

Die Schulpolitiker gehen davon aus, dass die Lern-Förderschule auch bei der Umsetzung der Inklusion auf absehbare Zeit weiter gebraucht wird. Deshalb wollen sie die Schule auf keinen Fall infrage stellen.

Das Schulgebäude Am Kennedypark steht nun schon seit dem letzten Sommer leer. Und für die Räume der Förderschule in Walheim gab es bereits Ideen für eine weitere Nutzung. Unter anderem wird überlegt, die städtische Kindertagesstätte Albert-Einstein-Straße, die entweder einen Komplettumbau oder einen Neubau braucht, an den Kirchberg umzusiedeln. Und auch die GGS Walheim, die im Gebäude am Kirchberg untergebracht ist, wünscht sich mehr Platz.