Aachen: Neue Bushäuschen: Ohne Adler und Zugluft im Fußbereich

Aachen : Neue Bushäuschen: Ohne Adler und Zugluft im Fußbereich

Am Montag hat der Abbau begonnen: Alte Bushäuschen, 430 im gesamten Stadtgebiet, werden in den kommenden fünf Wochen sukzessive demontiert und gegen neue ausgetauscht. 460 Fahrgastunterstände sollen es mit dem Wechsel zum neuen Betreiber Reclame Bureau Limburg (RBL) am Ende werden.

Ein Ersatzfahrplan ist für die Zeit des Auswechselns nicht vorgesehen — die Busse fahren weiter wie bisher. Nur das Wetter könnte für unangenehme Überraschungen für Fahrgäste sorgen.

Den Anfang hat am Montag das Bushäuschen an der Monheimsallee vor dem Eurogress gemacht. Es wird wie alle anderen Objekte auch in mehreren Schritten vom bisherigen Betreiber J.C. Decaux abgebaut. Zuerst wird die Stromversorgung gekappt, anschließend die Glasscheiben demontiert und die Sitzbank entfernt. Dann werden Dach und Metallgerüst auseinandergebaut. Neben dem Pflaster müssen auch die alten Fundamente weichen, weil sie nach der langen Nutzungsdauer nicht mehr ausreichend tragfähig sind. Der für die komplette Demontage eingeplante Zeitraum von fünf Wochen kann sich laut Rolf Frankenberger, Leiter der Abteilung Strategisches Immobilienmanagement in Aachen, bei schlechter Witterung allerdings noch verlängern.

Schlechte Witterung könnte auch für Unmut bei den Fahrgästen der Aseag sorgen, wenn es nämlich regnen oder schneien sollte und das alte Dach bereits weg, ein neues jedoch noch nicht vorhanden ist. Das soll laut Hermann Paetz, Centerleiter Verkehr der Aseag, allerdings vermieden werden, wo es machbar ist. Sehr stark genutzte Unterstände werden unmittelbar nach dem Abbau durch die neuen Unterstände ersetzt — RBL braucht für den Aufbau eines ihrer Objekte gerade einmal drei Stunden.

An diesen Haltestellen, darunter Hauptbahnhof, Kaiserplatz und Bushof, wird der Verkehr demnach nur für wenige Stunden beeinträchtigt. In einigen wenigen Fällen, wenn eine Haltestelle sehr wenig genutzt wird, kann der Aufbau des neuen Unterstands bis zu vier Wochen nach Demontage des alten erfolgen (zum Beispiel in Horbach). In der Regel soll der Wechsel eines Häuschens allerdings zwei Tage dauern. Inklusive der Pflasterarbeiten ist für den Aufbau insgesamt ein Zeitraum von acht Wochen avisiert.

Provisorium am Hauptbahnhof

Acht Wartehäuschen schaffen es allerdings gar nicht mehr zurück an ihren alten Platz (in den Bezirken Aachen-Mitte, Kornelimünster/Walheim und Laurensberg). Sie sollen an Haltestellen mit höherer Fahrgastnachfrage im selben Stadtbezirk umziehen. Die Haltestelle Hauptbahnhof ist ein Sonderfall: Sie werde zum Provisorium, bis sich die Stadt in Anlehnung an das bestehende Urheberrecht mit den Architekten des Objektes besprochen habe.

Die Form der neuen Häuschen ändert sich derweil kaum. Auch an der Farbe wird der Öcher die neuen Bushäuschen kaum erkennen. Eher vielleicht an der Zugluft um die Füße. Die soll deutlich abnehmen, weil die Scheiben künftig bis kurz über den Boden reichen. Der Stadtadler verschwindet von der Rückseite und wird durch das Aachen-Fenster ersetzt (in einigen Fällen durch die nachgezeichnete Route Charlemagne).

RBL übernimmt neben den Fahrgastunterständen auch die Regie über 153 Reklamevitrinen, CLP (City-Light-Poster) genannt, und sechs WC-Häuschen. Die Niederländer feiern mit dem Engagement in Aachen ihre Premiere auf dem deutschen Markt. Europaweit betreibt RBL mehr als 50.000 Anlagen. Der Vertrag zwischen Aachen und J.C. Decaux, die seit 1986 Fahrgastunterstände, Reklamevitrinen und WC-Häuschen betrieben hatten, lief Ende vergangenen Jahres aus und die Stadt war verpflichtet, europaweit neu auszuschreiben. Der aktuelle Vertrag, der der Stadt jährlich 130.000 Euro einbringt, läuft nun über 15,5 Jahre und endet im Sommer 2031 — um das schlechte Wetter zum Wechsel in Zukunft möglichst zu vermeiden.

Die Baustellen, die im Zuge des Betreiberwechsels entstehen, will die Stadt so verteilen, dass es nicht zu Konzentrationen und damit unnötigen Verkehrsbehinderungen kommt. Auf der Webseite der Stadt ist eine Liste zu finden, in der für jede Haltestelle der voraussichtliche Beginn des Abbaus und Aufbaus notiert ist.

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