Wilhelmina-Turm wird ersetzt: Neubau mit Skywalk am Dreiländerpunkt

Wilhelmina-Turm wird ersetzt : Neubau mit Skywalk am Dreiländerpunkt

Der Dreiländerpunkt ist mit knapp einer Million Tagestouristen eines der beliebtestes Ausflugsziele in den Niederlanden, auch viele Aachener statten dem ehemals höchsten Punkt des Königreichs einen Besuch ab.

Der höchste Punkt befindet sich, wie berichtet, jetzt auf der Insel Saba, seitdem sich dieser Teil der Niederländischen Antillen für den Beitritt in die Niederlande entschlossen hatte. Doch bald wird eine neue Attraktion diesen Verlust vergessen lassen: Der fast 50 Jahre alte Turm beim Lokal Wilhelminatoren wird abgerissen und einen kühnen Neubau ersetzt, inklusive eines gläsernen Skywalks.

„Wir wollten etwas Besonderes machen”, begründet Gastronom Emil Prevoo, der mit der Familie Bos auch das in der Nähe liegende Restaurant De Bokkerijder betreibt, die Intention für das kostspielige Vorhaben. Immerhin 700.000 Euro lassen sich die Geschäftsleute die Idee kosten, künftigen Gästen einen außergewöhnlichen Nervenkitzel zu bieten.

Prevoo: „Leute, die den Mut haben, können runterschauen und sehen, wie hoch der Turm ist.” Der Besucher steht dann genau 353,5 Meter über Normalnull, 30 Meter über dem höchsten Punkt des europäischen Teils der Niederlande. Um dorthin zu gelangen, wird auch ein Aufzug eingebaut, wie der Skywalk versehen mit Lichteffekten. Zum Vergleich: Das große Vorbild, der Skywalk im Grand Canyon, bietet einen 1200 Meter Blick in die Tiefe.

Im Mai fertig?

Der alte Turm, nur 25 Meter hoch, wird bereits in der nächsten Woche abgerissen - wenn das Wetter mitspielt. Er ist eine der ältesten und größten Holzkonstruktionen der Niederlande und hatte einen Vorgänger ersetzt, der einen Blitzeinschlag nicht überstanden hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte zunächst die Gemeinde Vaals das Anwesen übernommen und den Holzturm umgebaut. Seit mehr als 45 Jahren sind Brasserie und Turm in den Händen der Familie Bos.

Prevoo: „Sobald der Turm weg ist, fangen wir mit den neuen an.” Der Maastrichter Architekt, der die Idee zu dem Skywalk hatte, und die Baufirma stehen Gewehr bei Fuß, die Bauzeit ist auf 22 Wochen veranschlagt, soll aber möglichst unterschritten werden. Mitte Mai soll sich dann den mutigen Gästen ein besonders eindrucksvoller und freier Blick über landschaftlich reizvolle Euregio und das limburgische Hügelland bieten.

De Wilhelminatoren liegt übrigens am Viergrenzenweg, der Straßenname erinnert an die Zeit bis 1919, als nicht nur Deutschland, Belgien und die Niederlande aneinanderstießen, sondern auch das 3,4 Quadratkilometer große Neutral-Moresnet, das nach dem Wieder Kongress (1815) gebildet wurde, weil sich Preußen und die Niederlande sich nicht einigen konnten, rohstoffreiche Gebiet zugeschlagen werden sollte. Das dort vorkommende Galmei war für die Zink- und Messingherstellung Anfang des 19. Jahrhunderts wichtig und wurde nach ganz Europa exportiert.