Aachen: „Netzwerk Kinderarmut“ versorgt im Aachener Süden mit warmem Essen

Aachen : „Netzwerk Kinderarmut“ versorgt im Aachener Süden mit warmem Essen

Die einen essen, die anderen sitzen daneben und müssen zuschauen. Erzieherinnen und Kita-Leiterinnen im Aachener Süden wollten irgendwann nicht mehr mit ansehen, dass Kinder — kleine Kinder — in ihrer Kita kein Mittagessen bekommen, weil Mütter und Väter das Geld für den Elternbeitrag zur Mittagsverpflegung nicht aufbringen können.

Entstanden ist aus dieser Initiative das „Netzwerk Kinderarmut im Südraum“. Es versorgte ab 2006 zunächst Kita-Kinder aus bedürftigen Familien mit einer warmen Mahlzeit, später auch Kinder in der Offenen Ganztagsschule (OGS).

Das Netzwerk gibt es auch mehr als zehn Jahre später noch. Neben Vertretern von Kindertagesstätten und Grundschulen sind auch die Sozialraumkonferenz Kornelimünster/Walheim und das Bezirksamt mit im Boot. „Auch im Südraum ist nicht alles eitel Sonnenschein“, erklärt die Sprecherin der Sozialraumkonferenz, Professorin Barbara Krause. Bezirksamtsleiterin Rita Claßen fungiert als Ansprechpartnerin der Initiative. „Das Projekt zahlt jedes Jahr mehr als 1000 Euro für Mahlzeiten“, sagt sie. „Und so lange wir Spenden bekommen, machen wir weiter.“

Bei Terminen eingespart

Eine vorweihnachtliche Spende, die jetzt überreicht wurde, dürfte im nächsten Jahr helfen, wieder ein paar Kinder mit Mittagessen zu versorgen. Bezirksbürgermeister Jakob von Thenen (CDU) und seinen beiden Stellvertreter Gretel Opitz (FDP) und Ladislaus Hoffner (SPD) überreichten Vertreterinnen des Netzwerks jetzt 428 Euro. Das Geld haben sie bei repräsentativen Terminen quasi eingespart.

„Wenn wir zum Beispiel einen Verein zu dessen Jubiläum besuchen, dann nehmen wir kein Präsent mit“, erklärte von Thenen. Das Geld dafür werde stattdessen übers Jahr zurückgelegt und dann jeweils für einen sozialen Zweck gespendet.

Beim „Netzwerk Kinderarmut“ dürfte die Summe gut angelegt sein. „Wir betreuen Kinder, deren Eltern nicht in der Lage sind, das Mittessen zu finanzieren“, sagt Irene Glatz, Leiterin der Kindertagesstätte Albert-Einstein-Straße in Walheim. Und ihre Kollegin Elsbeth Hermanns aus der Kita Alfons-Gerson-Straße in Kornelimünster berichtet, wie schwierig es oft sei darzustellen, dass es auch im Aachener Südraum Kinder gibt, die sich kein Mittagessen leisten können.

Weitere Spenden sind also willkommen. Wer helfen möchte, sollte sich an Bezirksamtsleiterin Rita Claßen wenden, Telefon 0241/4328421. Auch Patenschaften sind möglich, damit Kinder zu Mittag essen können.

(mg)
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