Aachen: Neben der Mühle in Haaren ist noch Platz für eine neue Kita

Aachen : Neben der Mühle in Haaren ist noch Platz für eine neue Kita

Wohin mit der neuen Kita in Haaren? Diese Frage beschäftigt seit gut einem Jahr die Stadtverwaltung, die für den Bezirk einen deutlichen Nachholbedarf festgestellt hat und dort eine neue sechsgruppige Einrichtung bauen will. Aus Sicht der Bezirksvertretung kann die Standortsuche ab sofort beendet werden, denn für sie gibt es nunmehr ein klar favorisiertes Grundstück: eine Grünfläche oberhalb der Welschen Mühle.

Die knapp 2500 Quadratmeter große Wiesenfläche befindet sich bereits im Besitz der Stadt, ist aber nach Angaben der Stadt bislang noch nicht als bebaubare Fläche ausgewiesen. Das hat den Nachteil, dass bis zu einem möglichen Baubeginn noch viel Zeit ins Land gehen könnte, um die rechtliche Voraussetzungen zu schaffen — von insgesamt bis zu fünf Jahren ist die Rede. Auch befinden sich einige schützenswerte Bäume auf dem Grundstück, das noch dazu stark abfallend ist. Und nicht zuletzt wird der Hol- und Bringverkehr der Kinder zu regeln sein, der kaum über die extrem schmale Mühlenstraße geführt werden kann.

Doch all diese Bedenken konnten die Bezirksvertreter nicht irritieren. „Für mich kommt nur die Mühlenstraße in Betracht“, erklärte Franz-Josef Kogel für die CDU, und dieser Meinung schlossen sich auch Ursula Becker (Grüne) und Michael Schulz (SPD) an. Zwar sei die Mühlenstraße „nicht unkritisch“, wie Schulz nochmals anmerkte, doch die anderen zur Auswahl stehenden Grundstücke hätten eben noch weitaus größere Nachteile.

„Kommt nicht in Frage“

So haben sie sich insbesondere strikt gegen den Standort Laachgasse ausgesprochen, der vor allem vom Planungsamt favorisiert wird. In diesem Fall würde die neue Kita unmittelbar neben der bereits bestehenden Kita von St. Germanus gebaut. „Das kommt absolut nicht in Frage“, erklärte Kogel, der einen Bau an der Stelle vor allem aus verkehrlichen Gründen für unmöglich hält.

Deutliche Bedenken gibt es inzwischen aber auch gegen eine Bebauung an der Akazienstraße, die die Bezirksvertreter zunächst selber als Alternative ins Gespräch gebracht haben. Überbaut würde in diesem Fall der dortige Bolzplatz, der bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt ist auch von der benachbarten Grundschule am Haarbach als Sportplatz genutzt wird. Für ihn müsste daher im nahen Umfeld Ersatz gefunden werden, was aber im Wohngebiet schon aus Lärmschutzgründen schwerlich möglich sein dürfte.

So sollten sich die Planer nun ganz auf die Mühlenstraße konzentrieren, raten die Bezirksvertreter, die diese Empfehlung auch für die weiteren Beratungen im Kinder- und Jugendausschuss gegeben haben, wo sich die Politiker Ende Mai mit der Kita-Frage in Haaren befassen werden.

Bis zu 120 Kinder könnten in der geplanten sechsgruppigen Einrichtung betreut werden. Die Versorgungsquote für die unter dreijährigen Kinder (U3) soll damit von bisher 41,96 Prozent auf künftig 50,15 Prozent verbessert werden. Im Ü3-Bereich läge die Versorgungsquote nach Berechnungen der Fachverwaltung dann bei 98,19 Prozent statt bisher 87,04 Prozent.

„Ausgewogene Verteilung“

Für einen Bau an der Welschen Mühle spricht aus Sicht der Verwaltung die zentrale Lage in einem Wohngebiet. Auch „würde der Standort eine räumlich ausgewogene Verteilung von Kitas im Stadtteil ermöglichen“. Denkbar ist, dass der Autoverkehr künftig nur noch in eine Richtung durch die Mühlenstraße geführt werden kann. Auch wird eine Verbreiterung der gerade mal einen Meter breiten Gehwege für nötig gehalten. Den Standort Mühlenstraße nennt Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten „eine glorreiche Idee der Verwaltung“. Und er hat Hoffnung, den Planungszeitraum von fünf Jahren noch deutlich verkürzen zu können. „Wenn wir es doch alle wollen ...“

Zur Höhe der Baukosten kann die Verwaltung derzeit noch keine Angaben machen, da sie letztlich auch von der Wahl des Grundstücks beeinflusst werden. Ende Mai berät der Kinder- und Jugendausschuss.

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