Aachen: Neben der Feuerwehr leben bald sechs Flüchtlingsfamilien

Aachen: Neben der Feuerwehr leben bald sechs Flüchtlingsfamilien

„Für unsere Verhältnisse ist die Zahl der Flüchtlinge, die in Aachen ankommen, ziemlich groß“, meint Heinrich Emonts, der Leiter des städtischen Fachbereichs Soziales und Integration. Deshalb sucht die Verwaltung auch intensiv nach geeignetem Wohnraum für Bedrängte aus aller Welt.

Und zwar querbeet durch ganz Aachen. „Da wird kein Stadtteil ausgenommen“, beteuert Rita Klösges vom Presseamt.

Auch in den Wohnblocks an der Stolberger Straße, gleich neben der Zentrale der Berufsfeuerwehr, ist die Stadt fündig geworden. „Dort sollen sechs Wohnungen ‚für den Übergang‘ hergerichtet werden“, sagt Emonts. Seit Beginn der 1960er Jahre wohnten in den 36 Wohnungen, die sich auf sechs Häuser aufteilen, Angehörige der Berufsfeuerwehr, genau so wie ein paar Meter weiter, in direkter Nähe zum Geschwister-Scholl-Gymnasium.

Nachdem sich die Bevölkerungsstruktur im Ostviertel änderte, zogen immer mehr Wehrmänner mit ihren Familien in andere Stadtteile um, bald standen die 36 Wohnungen leer. Der Platz wurde auch dringend benötigt. Die Feuerwehr brachte in den Häusern ihre Verwaltung unter. Die zog aber vor nicht allzu langer Zeit um in den Neubau der Leitstelle, der ebenfalls gleich nebenan hochgezogen wurde.

„In Aachen ist preiswerter Wohnraum knapp“, räumt Rita Klösges ein. Deshalb suche die Stadt um so intensiver nach geeigneten Unterkünften für Flüchtlinge, die auch bezahlbar seien. Denn längst ist die Stadt davon abgekommen, diese Menschen in Gemeinschaftsunterkünfte zu zwängen. „Am besten ist es natürlich, wenn wir Wohnungen aus städtischem Bestand für solche Aufgaben zur Verfügung stellen können“, weist Emonts auf die schwierige Finanzlage der Stadt hin. „Wenn wir dort Flüchtlinge unterbringen, ist es auf jeden Fall preiswerter.“

Und wenn die Wohnungen — wie in der Stolberger Straße — nur einigermaßen hergerichtet werden müssen, um so besser. „Die Unterkünfte werden zweckmäßig renoviert“, klärt Emonts auf. Luxus suche man vergebens, auch eine gründliche Sanierung sei nicht vorgesehen. „Wir arbeiten mit einfachen Standards“.

Emonts stellt sich vor, dass Flüchtlingsfamilien oder -paare aus Mazedonien, Serbien, Syrien oder Afghanistan neben der Feuerwehr unterkommen werden. „Wir nehmen aber bei der Belegung der Wohnungen stets Rücksicht auf religiöse oder ethnische Befindlichkeiten“, unterstreicht er.

Gewoge überlegt noch

Mit der Herrichtung der sechs Wohnungen ist die Gewoge betraut, die auch die Feuerwehrhäuser verwaltet. Sebastian Albers, Bereichsleiter Bestandsmanagement des Wohnungsbauunternehmens , sagt, dass noch überlegt würde, was mit den anderen 30 Wohnungen in den fünf restlichen Häusern des Wohnblocks geschieht.