Aachen: Naturschützer: Standort Münsterwald völlig ungeeignet

Aachen : Naturschützer: Standort Münsterwald völlig ungeeignet

Die drei NRW-Naturschutzorganisationen Nabu, LNU und BUND haben gestern unter Wahrung der bestehenden Fristen ihr gemeinsames Gutachten gegen die Aufstellung von Windenergieanlagen im Aachener Münsterwald vorgelegt.

„Wir wollten es gestern Morgen im Umweltamt der Stadt vorstellen“, sagte der Nabu-Vorsitzende Claus Mayr. Doch die städtische Behörde, die das Vorhaben von sieben Windenergieanlagen links und rechts der B 258 auf dem Abschnitt zwischen Relais Königsberg und Roetgen genehmigen muss, hatte eine gemeinsame Vorstellung abgelehnt, die Frist sei bereits in der letzten Woche abgelaufen.

Die Naturschützer, darunter Rainer Hülsheger für die LNU (Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt) und der stellvertretende Nabu-Vorsitzende Herbert Fleu, bekräftigten vor den Medien, dass ihnen nicht die Windenergie an sich ein Dorn im Auge sei. Das werde ihnen fälschlicherweise bei der Diskussion um die Windanlagen im Münsterwald von den „Grünen“ unterstellt. Es gehe hier einzig und alleine um den Standort Münsterwald, der für die rund 200 Meter hohen Anlagen ungeeignet sei.

Dies sogar in dreifacher Hinsicht, erläuterten Mayr und Hülsheger. So sei der Wirkungsgrad an dem Waldstandort geringer als anderswo, es würden hohe Naturschutzgüter durch die Gefährdung von Tierarten verletzt, und die Nähe zu den Tourismuszentren der Eifel sei schädlich. „Hier befindet sich der Flugkorridor von zweimal jährlich 70 000 Kranichen“, sagte Mayr. Für Hülsheger sind insbesondere der Rotmilan, die Schwarzkraniche und Fledermäuse gefährdet, Tierarten, die gegenüber den Rotoren und ihrem Sog kein „Vermeidungsverhalten“ an den Tag legten. Man könne nicht einfach in Kauf nehmen, dass diese Tiere in den Rotoren „geschreddert“ würden. Hülsheger sieht zudem Probleme beim Ausschachten der Fundamente in den Waldböden sowie bei der Erreichbarkeit der Großanlagen, zwei von ihnen seien laut „Straßen NRW“ für Wartungsfahrzeuge überhaupt nicht mehr anzufahren. So seien Standorte im Nordkreis viel einfacher und effizienter als im Münsterwalde, gegen das Vorhaben werde man auf alle Fälle klagen. Selbst Nachbesserungen wie „Abschaltalgorithmen“ brächten nichts. Am 28. April findet eine weitere Anhörung zum Thema im Inda-Gymnasium statt.

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