Aachen: Nationen stehen beim Multikultifest bunt gemischt zusammen

Aachen : Nationen stehen beim Multikultifest bunt gemischt zusammen

Ein großes Bürgerfest für die Demokratie mit landestypischen Spezialitäten aus aller Welt, mit viel Musik und Tanz — so wollen die Macher vom Multikultifest auch in diesem Jahr die offene Gesellschaft in Aachen feiern. Zum 19. Mal steigt das beliebte Fest am Sonntag, 24. Juni, von 12 bis 19 Uhr im Kennedypark.

„Es geht uns darum zu zeigen, was erfolgreiche, gelebte Integration in unserer Stadt ausmacht. Es geht nicht nur darum, dass sich die neuen Mitbürger bei uns integrieren, sondern vor allem auch darum, dass wir die Neuankömmlinge in unserer Mitte aufnehmen“, erklärt Jörg Lindemann, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Multikultifestes. Neben der Anpassungsfähigkeit der neuen Mitbürger brauche es nämlich auch eine Bereitschaft zur Integration.

„Und das erlebe ich jedes Jahr als Moderator beim Multikultifest, wenn mein Blick von der Bühne durch das Publikum schweift. Da finden sich von Jahr zu Jahr weniger ethnisch getrennte Gruppen. Stattdessen stehen alle Nationen bunt gemischt zusammen. Das ist das neue Deutschland, so wie wir es uns wünschen“, meint Multikultifest-Geschäftsführer Reiner Bertrand, zugleich Geschäftsführer der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Eurotürk.

Die Idee, welche die Veranstalter seit der Begründung der Veranstaltung verfolgen, nicht parallel, sondern miteinander zu leben, werde hier im Kennedypark Wirklichkeit.

Trommelgruppe mit Tänzern

Musik, Tanz und Gesang werden wieder auf der Kennedypark-Bühne dargeboten. Sieben Stunden Programm hat die für die Bühnen verantwortliche stellvertretende Vereinsvorsitzende Marie-José Dassen zusammengestellt. Die afrikanische Trommelgruppe Jabula mit Musiker Joe Mvuruh bildet mit Musik und Tänzern den Auftakt. „Wir sind nach unserem kleinen Auftritt 2017 nun das zweite Mal dabei, wollen fröhliche Stimmung und afrikanische Kultur verbreiten“, erzählt Joe Mvuruh.

Das internationale Flair, das Aachen ausmacht, die vielen verschiedenen Kulturen, ihre Musik und ihre Tänze — sind in der Folge bis in die Abendstunden erlebbar. Altbewährt ist, dass sich viele verschiedene Vereine mit Ständen präsentieren. Wieder dabei sind die Kinder der Grundschule Düppelstraße, der Hauptschule Aretzstraße und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Neu im Programm ist Sänger und Musiker Joscha Golzari, der eigene Lieder in Deutsch und Englisch darbietet.

„Erstmalig haben wir eine Modenschau mit Teilnehmern aus zehn Nationen von Afghanistan über Indien bis Mexiko. Kinder, Jugendliche und junge Leute aus dem Viertel machen mit“, verrät Dassen. Um 14.25 Uhr geht es los. „Ich zeige zum Beispiel klassische Kleidung aus Südindien“, erklärt Deepika Panchamukhi. Der Brasilianer Rudolfo Forro sorgt mit Musik aus seiner Heimat für Feierlaune. Rapperin Scapsis ist schon zum zweiten Mal dabei und präsentiert ihren neuen deutschen Raptitel „Nein“, ein kraftvolles Statement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

„Und wir haben einen Magier namens Francesco engagieren können, der sogar schon mit dem großartigen Hans Klok zusammengearbeitet hat“, freut sich Dassen.

„Neben dem Bühnenprogramm besteht vor allem viel Raum zum Kennenlernen und Austauschen. Gemeinsam feiern steht im Vordergrund“, betont Bertrand.

Weit mehr als 3000 Besucher hat das Fest jedes Jahr. Rund 50 Stände und 40 Gruppen ergeben ein buntes Bild und machen die Veranstaltung zu einem Erfolg, der weit über die Stadtteilgrenzen hinaus ausstrahlt. „So können wir ein nachhaltiges Zeichen gegen Intoleranz und Hass setzen und für ein offenes Aachen, für eine multikulturelle Gesellschaft“, betont Lindemann. Auch ein Sportangebot und Aktivitäten für Kinder und Jugendliche gehören zum Programm.