Aachen: NAK: Preis für Junge Kunst erstmals geteilt

Aachen : NAK: Preis für Junge Kunst erstmals geteilt

Die Jury ist sich einfach nicht einig geworden. Zu gut waren die Arbeiten, die die beiden Künstler Carolin Lange und Johann Arens eingeschickt hatten. Zu kraftvoll ihre Werke, zu spannend die Geschichten dahinter. Man beschloss daher, einfach beide zu würdigen.

Daher wurde der dritte Preis für Junge Kunst, den der NAK, Neuer Aachener Kunstverein, vergibt, erstmals geteilt. Der mit 3000 Euro dotierte Preis, der an Künstler vergeben wird, die in irgendeiner Form einen Bezug zu der Region haben, und sich mit bildender Kunst für Medien wie Malerei, Skulptur, Fotografie, Video oder Performance auseinandersetzen, wurde halbiert, die Ausstellungsfläche geteilt. Auf der oberen Etage des NAK an der Passstraße stellt Lange ihre Werke aus, unten Arens. Eine spannende Zusammenstellung, die es dem Betrachter ermöglicht, von einer Welt in die nächste zu tauchen.

Während Lange im oberen Bereich Arbeiten präsentiert, die Natur und Technik verbinden, zeigt Arens unten skulpturale Werke, die entgegen den üblichen Museums- und Ausstellungsgepflogenheiten wahrlich zum Anfassen sind.

Lange hat zweieinhalb Wochen in Finnland verbracht und die Werkreihe „Open Office Landscape“ realisiert. Die Arbeiten der 30-Jährigen reagieren in ihrer Herstellung auf Licht. Das Verfahren nennt sich Cyanotypie, auch als Blaudruck bekannt. Es ist ein altes, fotografisches Edeldruckverfahren mit typisch cyanblauen Farbtönen. Während des Prozesses reagiert das Material auf Säuren und Basen in der Luft. Daher kann es sich immer wieder in leichten Nuancen verändern. „Ich habe durch die Technik die Gestaltung aus der Hand gegeben. Das war für mich das Besondere daran“, sagt Lange. Denn das, was passiert kommt ganz auf die Lichtverhältnisse und auch auf den Wind an. „Dort, wo das Blau am stärksten ist, war viel UV-Licht“, sagt sie.

Arens hingegen möchte Kunst mit seiner Installation „Somatic Matters“ und der eigens für den Preis konzipierten Arbeit „Anxiety Impress“ greifbarer, erfahrbarer machen. „Es sind Modelle zum Anfassen. Daher sind sie schon im Eingangsbereich in Handhöhe aufgestellt“, sagt er. Auch finden sich dort Teeflecken oder Fingerabdrücke von vergangenen Ausstellungen. Zudem gibt es verschiedene Ebenen. Der Besucher muss genauestens hinsehen, um jedes Detail zu finden — so auch ein kleines Smartphone auf dem Boden.

Heute Abend wird die Ausstellung im NAK, Passstraße 29, um 19 Uhr eröffnet. Neben den Ausstellungsstücken wird es auch eine „Spoken Word Performance“ der in Amsterdam lebenden kroatischen Künstlerin Nora Turato geben. Die Ausstellung ist vom 11. September bis 16. Oktober zu sehen.

(lbe)
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