Aachen: Nässe gibt‘s auf dem Bend auch ohne Regen

Aachen : Nässe gibt‘s auf dem Bend auch ohne Regen

Das Wetter zeigt sich gnädig beim offiziellen Fassanstich. Und so startet der Bend am vergangenen Samstag bei strahlendem Sonnenschein. Die ersten Gäste lassen nicht lange auf sich warten.

Petra Vonhoegen und ihre Tochter Denise stehen am „Big Splash“ und beobachten die Wagen, wie sie die Wasserbahn herabrauschen. Sie selber wollen nicht fahren. „Nein, da wird man ja nass“, sagen sie, und tatsächlich sind ihr Freund und vor allem dessen Tochter nach der Fahrt von Kopf bis Fuß durchnässt. „Das macht nichts, das ist toll“, sagt die Kleine. Überall vor den Karussells haben sich kleine Grüppchen gebildet, die Leute schauen dem bunten Treiben genüsslich zu.

Regenwolken und Sonnenschein: Zur Eröffnung des Osterbends hat das Wetter in Aachen einiges zu bieten. Die ersten Bendbesucher lassen sich nicht lange auf sich warten. Fotos (6): Ralf Roeger. Foto: Ralf Roeger

„Die hat die ganze Zeit nur geschrien“, sagt eine junge Frau, die vom „Ghost Rider“ kommt, und weist auf ihre Freundin. „Ich bin Ghost Rider, und ab jetzt gehörst du mir“, dröhnt es aus den Lautsprechern, bevor das rasante Fahrgeschäft an Fahrt aufnimmt. Die Gondeln drehen sich um sich selbst und dann auch noch über Kopf: Nach dieser verrückten Fahrt kommt der eine oder andere mit wankendem Schritt zurück zu seinen Lieben. „Das ist toll, aber auch ein bisschen gruselig“, sagen Alyna (17) und ihre Freundin Laura (15). Für sie kann offensichtlich nichts wild und nichts hoch genug sein. Ihr nächstes Ziel ist der „Gladiator“, dessen Propeller gerade hoch in den Aachener Himmel ragt.

Für eine kalte Dusche auch ohne Regen sorgt die Wildwasserbahn „Big Splash“. Foto: Ralf Roeger

Ein kleiner Junge mit hochrotem Kopf versucht sich auf einer Hüpfburg der besonderen Art. Bei „Mad Mill“ geht es darum, über eine Art Schlagbaum aus Gummi zu hüpfen: Wer das nicht rechtzeitig schafft, wird umgehauen. Und wer es mag, sich zu gruseln, der kann das in der klassischen Geisterbahn tun: Hier dreht eine Hexe vor dem Turm ihre Runden, die Zeiger der Geisteruhr spielen gelegentlich verrückt, und rasen vorwärts und dann wieder rückwärts. Der „Panic Room“ lädt an anderer Stelle in seinen „Live Action Room“ ein und präsentiert aktuelle Horrorfilmszenen — dargestellt von echten Schauspielern.

Bei „Mad Mill“ geht es darum, über eine Art Schlagbaum aus Gummi zu hüpfen: Wer das nicht rechtzeitig schafft, wird umgehauen. Foto: Ralf Roeger

Und auch bei den Wurfbuden gibt es durchaus mal was Neues: Eine lädt dazu ein, Bälle in Toilettenschüsseln zu versenken. Einladend öffnen sich die Deckel und schließen sich wieder. Manch schmunzelnder Blick geht in diese Richtung.

Oberbürgermeister Marcel Philipp (Mitte) macht auch mit dem Hammer eine gute Figur und meistert den Fassanstich. Foto: Ralf Roeger

Bei der Achterbahn fahren die Gondeln diesmal nicht auf den Schienen, sondern hängen daran, so dass die Beine nach unten baumeln. Viele Bendgäste schlendern gemütlich von einem Fahrgeschäft zum anderen, und schauen sich erst einmal an, welche Neuheiten es gibt.

Zwischen Crêpes und Bier

„Der Bend erfindet sich jedes Mal neu“, sagt Peter Loosen, Vorsitzender des Schaustellerverbandes, beim traditionellen Fassanstich. Dabei verbinde man Brauchtum immer wieder mit Neuem. Oberbürgermeister Marcel Philipp bereitet sich derweil seelisch auf den Anstich vor. „Uns braucht es hier eigentlich gar nicht“, sagt er aber bescheiden. „Denn der Bend läuft auch ohne uns.“

Nicht zuletzt Dank Markus Schöning, der als Bend-Manager jedes Mal aufs Neue dafür sorgt, dass alle zufrieden sind: Schausteller und Besucher. Das niederländische Orchester „Miserabel“ sorgt beim Fassanstich für musikalische Unterstützung, und die Musiker ziehen mit ihren schrägen Kostümen die Aufmerksamkeit der Bendbesucher auf sich.

Viele kommen regelmäßig zum Kirmesplatz an der Kühlwetterstraße und haben dabei so ihre Rituale. Petra Vonhoegen und ihre Begleiter essen bei jedem Besuch Crêpes, andere freuen sich auf ein kühles Bier. Beim Fassanstich kommen auch sie auf ihre Kosten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Osterbend mit 17 Fahrgeschäften eröffnet

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