Aachen: Nacht der offenen Kirchen: Eine Nacht lang Gotteshäuser erkunden

Aachen : Nacht der offenen Kirchen: Eine Nacht lang Gotteshäuser erkunden

Das große Fest aller Kirchen von Aachen ist seit 17 Jahren ein großer Erfolg. Kulturelle und spirituelle Erlebnisse machen den Kirchgang in der Nacht der offenen Kirchen besonders. Menschen begegnen sich, die im Alltag vielleicht nicht über die Schwelle des Gotteshauses treten würden.

Von A wie St. Adalbert bis W wie Weltweit am Dom und missio reicht das Programm, das ab sofort in gedruckter Form öffentlich aus liegt und online einzusehen ist. Die Nacht der offenen Kirchen am Freitag, 20. Oktober, steht unter der Schirmherrschaft der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Aachen. Pfarrerin Sylvia Engels und Pfarrer Timotheus Eller von der Citykirche St. Nikolaus stellten jetzt gemeinsam mit Vertretern der teilnehmenden Gemeinden das diesjährige Programm vor.

„Sternenglanz“ für Kinder

Die ACK lädt für diesen Tag um 18.30 Uhr in die Annakirche zum ökumenischen Versöhnungsgottesdienst unter dem Titel „Erinnerung heilen — Jesus Christus bezeugen“. Dieser Startpunkt und das ökumenische Nachtgebet um 22 Uhr in St. Jakob bilden die „ökumenische Klammer“ der Kirchennacht. Immer mehr an Bedeutung gewinnt das Kinderprogramm. Von 15 bis 16.30 Uhr sind alle Mädchen und Jungen in der Grabeskirche St. Josef eingeladen, die Grabeskirche mit allen Sinnen zum Thema „Sternenglanz“ zu erkunden.

Für großes Publikumsinteresse sorgen in jedem Jahr die Installationen im Kirchenraum von St. Foillan. Diesmal präsentiert die Zeitfenster-Gemeinde von 20 bis 1 Uhr mit dem Kölner Licht- und Tonkünstler Ludwig Kuckartz ein Werk zum Thema „Verflüssigung“. „Wir haben diesmal keine raumfüllende Installation, sondern lösen mit einer Video- und Klang-Performance die Strukturen des Kirchenraumes auf. St. Foillan wird zu einem Raum der fließenden Formen, aber auch für die Erfahrung unserer Zeit, dass alles im Fluss ist — auch Gottesbilder, Konfessionen und Religion“, erklärt Jürgen Maubach von der Zeitfenster-Gemeinde. Die von den Besuchern der Nacht eingereichten Bittschreiben werden live vorgelesen und beeinflussen die interaktive Performance.

Ab 19 Uhr steigt in der Dreifaltigkeitskirche ein Tanzabend der „Jungen Kirche“ mit der Möglichkeit zur Teilnahme an einem Kurs unter Anleitung von Tanzlehrer Daniel Napolitano in Standard- und Latein. Zur „Langen Nacht der Reparaturen“ lädt die Emmauskirche von 19 bis 23 Uhr. Das Repair Café, das sonst einmal im Monat öffnet, steht für Besucher mit einem defekten Gerät zur gemeinsamen Reparatur offen. Ab 19.30Uhr findet im Kafarnaum ein Poetry Slam statt. Junge Poeten slammen übers Gefangensein und Ausbrechen. Später bilden mehrere sogenannte „Escape Rooms“ die Spielfläche für ein Ausbruchtraining.

Ab 20 Uhr geht in der Kirche St. Fronleichnam der Vorhang auf für „Die Goldberg-Variationen“, ein Schauspiel von George Tabori in der Inszenierung vom Theater Ludus. „In Jerusalem probt eine Theatergruppe ein religiöses Spiel, aus Szenen von der Erschaffung der Welt bis zur Kreuzigung und Auferstehung Jesu.

Der Regisseur, Mr. Jay, als Herr des Theaters ist auch Gott, der Herr und Regisseur der Welt“, erklärt Regisseurin Ingrid Wiederhold, worum es geht. Ihr Ehemann Axel spielt den Abraham, hatte damit bereits beim Straßentheater anlässlich der Heiligtumsfahrt 2014 für Begeisterung gesorgt.

Wer einen schönen Abschluss der Nacht erleben will, ist zwischen 23.30 und 23.45 Uhr im Kafarnaum richtig zum „Herzschlag“, wie der Segen zur Nacht hier traditionell heißt. Infos zum Programm der 17. Nacht der offenen Kirchen, zum Sonderticket für Bus und Bahn sowie zum speziellen Parkticket gibt es online.

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