Spende: Nachhaltig im besten Sinne

Spende : Nachhaltig im besten Sinne

Lebensmittel vor dem Mülleimer retten und an bedürftige Aachener verteilen – das ist seit jeher das nachhaltige Ziel der Aachener Tafel. Doch wenn Streuselbrötchen, Paprika und Kohlrabi per altem Diesel-Sprinter von A nach B befördert werden, dann mischt sich Nachhaltigkeit mit Feinstaub. Die Aachener Tafel will dem nun entgegenwirken. Jetzt erhielt sie einen elektrobetriebenen Streetscooter, der künftig durch die Aachener Straßen fahren soll.

„Der Wagen soll im Zentrum der Innenstadt Bäckereien und Discounter ansteuern“, erklärte Jutta Schlockermann, Vorsitzende der Aachener Tafel. Gelingt das über längere Zeit problemlos, könnte im Gegenzug einer der drei Dieselfahrzeuge weichen.

Doch kein Nehmer ohne Geber: Mit einem Investitionsvolumen von rund 25 000 Euro ist der Streetscooter eine kostspielige Anschaffung, und für die Tafel finanziell nicht stemmbar. Nur mithilfe einer Spende des Lions Club Aachen Carolus Magnus sowie weiterer Sponsoren konnte das neue Gefährt finanziert werden. Gekauft sei es aber nicht, betonte Jürgen Drewes vom Lions Club Aachen Carolus Magnus: „Der Wagen ist für vier Jahre geleast.“ Das senke das Risiko einer Fehlinvestition; der Streetscooter müsse seine Alltagstauglichkeit erst noch beweisen. Rund 80 Kilometer Reichweite schaffe der Elektro-Flitzer, bevor er an eine Ladestation muss.

Der Lions Club Aachen Carolus Magnus will mit der Spende nicht nur die tatkräftige Arbeit der Tafel unterstützen, sondern auch ein politisches Signal senden: „Da wo Elektromobilität funktioniert, sollte man sie einsetzen“, meinte Drewes. „Vielleicht ziehen dann bald auch andere Tafeln nach.“

Der Aachener Tafel finanziell zu helfen, ist nicht zuletzt auch eine Herzensangelegenheit von Frank Jung, Präsident des Lions Club Aachen Carolus Magnus. Schließlich habe er dort vor einigen Jahren selbst ehrenamtlich gearbeitet, erzählte er: „Ich habe Lebensmittel geholt und alles hautnah mitbekommen.“ Einen Streetscooter fuhr Jung logischerweise nicht, er begnügte sich damals mit einem Diesel – lieber wäre er aber das Elektrofahrzeug gefahren.

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