Aachen: Nachfrage nach Hotelprojekten ist „deutlich angezogen“

Aachen: Nachfrage nach Hotelprojekten ist „deutlich angezogen“

2014 ist ein Superjahr für die Hotellerie in Aachen, die Tatsache ist wegen des Karlsjahrs erstens nicht neu, zweitens nicht überraschend. Nach wie vor wird die Zahl von einer Million Übernachtungen bis Ende Dezember angestrebt. Neu ist allerdings, dass verschiedene Projekte für neue Übernachtungsmöglichkeiten angestoßen worden sind.

Die Schere zwischen Bettenzahlen und Übernachtungszahlen geht nämlich immer weiter auseinander. Die ersteren sind zwischen 2006 und 2012 nahezu konstant geblieben, seitdem sind lediglich das Ibis Budget an der Schumacherstraße und das Hostel am Hauptbahnhof dazugekommen. Beide laufen dem Vernehmen nach hervorragend.

Im Bau befindet sich derzeit das „Innside Meliá“ mit 158 Zimmern an der Sandkaulstraße, das im Frühjahr 2016 seine Pforten öffnen soll. Nach Ansicht von Verkehrsdirektor Werner Schlösser ist das eher ein Tropen auf den heißen Stein: „Das wird der Markt aufsaugen wie nichts.“ Er schildert ein Beispiel, dass er versucht habe, Zimmer in der Innenstadt für den Oktober 2015 aufzutreiben — vergeblich. Der Touristik-Chef ist deshalb froh darüber, dass auch an anderen Stellen der Stadt Hotelprojekte in der Mache sind.

Am weitesten fortgeschritten sind zwei Vorhaben in der Innenstadt, beide — zumindest zum Teil — in ehemaligen Gebäuden von Commerzbank und Dresdener Bank. Für die Ecke Theaterstraße/Borngasse wurde bereits ein Bauantrag gestellt, die Pläne wurden im Planungsausschuss und Architektenbeirat vorgestellt. Dahinter stecken soll die Hilton-Gruppe, doch das können offizielle Stellen nicht bekräftigen. Schlösser weiß lediglich, dass „Hilton Aachen auf der Liste hat“. Eine Bauvoranfrage gibt es zumindest für mehrere Gebäude am Kapuzinergraben, gegenüber des Stadttheaters. Auch das dortige Bankgebäude steht seit Jahren leer.

Im Neubauprojekt „Blue Gate“ am Hauptbahnhof und auf dem Gelände des Alten Tivolis an der Ecke Krefelder Straße/Merowinger Straße gibt es ebenfalls Pläne, Hotels zu errichten, doch dort müssen erst Bebauungspläne rechtskräftig werden. „Wir reden da über die nächsten zehn Jahre“, schätzt Werner Schlösser, Geschäftsführer des „Aachen Tourist Service“, den Zeitraum bis zur Fertigstellung realistisch ein. Auch das Projekt Sandkaulstraße habe so viel Vorlauf gebraucht.

Tendenz positiv

„Die Nachfrage nach Projekten ist deutlich angezogen“, bestätigt ein verantwortlicher Kommunalpolitiker. Martin Fauck, Leiter des Fachbereichs Bauaufsicht, drückt den Sachverhalt so aus: „In den früheren Jahren wurden viele unverbindliche Vorgespräche geführt, jetzt werden konkrete Anträge gestellt.“ Verkehrsdirektor Schlösser findet diese Entwicklung erwartungsgemäß positiv, warnt aber auch vor zu hohen Erwartungen: „Ich kenne viele Projekte, die den Heldentod gestorben sind.“ Selbst wenn das Vorhaben an der Borngasse realisiert würde, „würde das noch mindestens zwei Jahre dauern“. Im Karlsjahr sind die Übernachtungszahlen um mehr als 20 Prozent gestiegen, so viel wird nächstes Jahr wohl nicht zu erwarten sein. „Aber mittel- und langfristig ist die Tendenz ganz eindeutig positiv.“

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