Aachen: Nachbarn hören furchtbaren Schrei und erkennen zwei Täter

Aachen: Nachbarn hören furchtbaren Schrei und erkennen zwei Täter

Im Verfahren gegen drei junge Männer aus Aachen wegen Totschlags in einem Haus an der Gartenstraße in der Nacht zum 16. Juli letzten Jahres berichteten am Donnerstag Mitbewohner und weitere Opfer im Zeugenstand zum Tatgeschehen.

Ein 53-jähriger Lastwagenfahrer, der in dem Haus gegenüber vom Westpark in einer Parterrewohnung unmittelbar neben der Eingangstüre lebt, berichtete über seine nächtlichen Erlebnisse.

Er habe Kampflärm aus den oberen Geschossen gehört, habe sich allerdings noch nicht viel dabei gedacht. Denn seine zehnjährige Erfahrung als Mieter in dem abgewohnten und andauernd mit neuen Mietern belegten Haus sei denkbar schlecht, lautstarke Auseinandersetzungen seien seit Jahren an der Tagesordnung, es gebe Drogenhandel dort. Der Schrei jedoch, den er in der Nacht hörte, den werde er niemals vergessen.

Als er seine Türe aufmachte, habe er für „20 bis 30 Sekunden” zwei Männer gesehen. Es seien die Angeklagten, die sich wegen Totschlags an dem 42-jährigen Opfer vor dem Schwurgericht verantworten müssen. Den Mann mit großen Ohrringen, den Angeklagten David C. (27), habe er erkannt, ebenso sei der zweite Angeklagte, er meinte den ebenfalls auf der Anklagebank sitzenden Alexander J. (28), dabei gewesen. Sie hätten einen hektischen und übernervösen Eindruck hinterlassen, riefen einem Dritten etwas zu, der an der Eingangtüre entweder drinnen oder bereits draußen gestanden habe.

Ihn habe er nicht sehen können. Verteidiger Rainer Dietz bat den Zeugen, sich den dritten Angeklagten Markus J. (28) anzusehen. Nein, an dem Abend habe er ihn nicht gesehen, entgegnete der Kraftfahrer. Markus J. galt anfänglich als Hauptverdächtiger, unter anderem, weil er an diesem Freitag als Freigänger aus der JVA kam und Urlaub über das Wochenende hatte. Seine mutmaßliche Beteiligung schlug damals Wellen bis hin zum NRW-Justizminister. J. bestreitet eine Beteiligung, gibt an, vorzeitig das Haus verlassen zu haben.

Ein weiterer Zeuge beschrieb den furchtbaren Anblick, wie einer der Täter am Treppenaufgang des zweiten Obergeschosses dem gestürzten Opfer mit voller Wucht gegen den Kopf getreten habe. Daher, so die Annahme, kam der Todesschrei, den der Zeuge im Parterre hörte.

Der Prozess geht am 2. Februar weiter.

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