Aachen: Nach Umzug der Polizei wollen in der Soers die Sportler zugreifen

Aachen : Nach Umzug der Polizei wollen in der Soers die Sportler zugreifen

Im Gespräch ist es seit langem, nun wollen Aachens Politiker Nägel mit Köpfen machen: Die Fläche des heutigen Polizeipräsidiums an der Hubert-Wienen-Straße soll dem Sportpark Soers zugeschlagen werden. Den entsprechenden Beschluss wollen die Planungspolitiker am Donnerstag im nichtöffentlichen Teil des Planungsausschusses fassen.

Damit soll vor allem den beiden benachbarten Sportvereinen PTSV (Post-Telekom Sportverein) und ALRV (Aachen-Laurensberger Rennverein) das klare Signal gegeben werden, ihre Planungen für zwei neue Hallen auf dem Präsidiumsgelände weiterverfolgen zu können.

Noch residiert die Aachener Polizei im Eck von Hubert-Wienen-Straße und Eulersweg. Nach dem Umzug im kommenden Jahr soll das Gelände Teil des Sportpark Soers und voraussichtlich mit zwei Sporthallen bebaut werden. Als Alternative für den Bend kommt es damit nicht mehr in Frage. Neu im Gespräch ist dafür nun die Sportanlage an der Breslauer Straße (kleines Bild). Foto: Harald Krömer

Dort sei den Vorstellungen der Verwaltung zufolge auch der richtige Standort für die seit langem herbeigesehnte bundesligataugliche Volleyballhalle für die Ladies in Black. Und wie es aussieht, werden die Planungspolitiker diesen Überlegungen folgen.

Erste Pläne für den Bau einer „PTSV-Arena“ am Eulersweg existieren seit längerem, wobei offenbar seitens des Vereins an eine Mischnutzung gedacht ist. Nach dem Vorbild der Halle im belgischen Maaseik, in die die Aachener Volleyballerinnen zuletzt mehrfach ausweichen mussten, sollte auch die Aachener Arena nicht nur für Sportveranstaltungen, sondern auch für andere Events geöffnet werden. Eine „Sportsbar“ oder ein Catering-Angebot für Feiern könnte den wirtschaftlichen Betrieb der Halle sichern, heißt es.

Gleich nebenan will der ALRV zudem seine neue Reithalle als Ersatz für die Albert-Vahle-Halle bauen. Auf deren Fläche will der ALRV wiederum ein neues Trainingsgelände und Stallungen schaffen. Beide neuen Hallen des PTSV und des ALRV sollen einen gemeinsamen Zugang und weitere gemeinsame Nutzungsbereiche — etwa Gastronomie, Toiletten oder Büroräume — erhalten.

Die schwarz-rote Ratsmehrheit hatte bereits Anfang des Jahres deutlich gemacht, das von den Vereinen gemeinsam erarbeitete Konzept unterstützen zu wollen. Um es umzusetzen, will die Stadt das mehr als 33.000 Quadratmeter große Polizeigrundstück dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) abkaufen und anschließend den Vereinen verpachten.

Erste Gespräche mit dem BLB wurden bereits geführt, wobei die Kosten für den Abriss und die Entsorgung des stark schadstoffbelasteten Polizeipräsidiums auf rund 5,2 Millionen Euro geschätzt werden und damit deutlich stärker zu Buche schlagen als der eigentliche Grundstückskauf. Die Polizei wird ihren alten Bau bekanntlich im kommenden Jahr verlassen und dann das neue Präsidium an der Autobahnanschlussstelle in Brand beziehen.

Mit den Sportpark-Plänen dürften sich endgültig alle Gedankenspiele erledigt haben, den Bendplatz mit seiner Kirmes in Richtung ­Soers zu verlagern. Vor allem die Grünen hatten sich dafür lange Zeit starkgemacht. Schon aus Lärmschutzgründen sei das jedoch kaum umzusetzen, heißt es inzwischen seitens der Verwaltung. Denn unter anderem befindet sich ein Hotel in der Nähe.

Standortsuche geht weiter

Beendet ist die Bendplatz-Diskussion damit jedoch nicht. Zwar soll der Kirmesbetrieb trotz der Erweiterungspläne des Schoko-Herstellers Lindt & Sprüngli vorerst an alter Stelle weiterlaufen, auf Dauer sei eine Verlagerung jedoch kaum zu verhindern, glauben sowohl Fachleute in der Verwaltung als auch in der Politik.

So prüft die Verwaltung seit längerem, welche Standorte im Stadtgebiet überhaupt als neuer Bendplatz geeignet wären. Darunter waren neben dem Polizeipräsidium zuletzt auch der Tivoli-Vorplatz und eine Fläche an Strangenhäuschen. Und in der Prüfung befindet sich nach „Nachrichten“-Informationen überraschenderweise auch die Sportanlage des ASV Schwarz-Rot Aachen an der Breslauer Straße gegenüber des HirschCenter.

Uneingeschränkt geeignet sei keine dieser Flächen, heißt es seitens der Verwaltung, die unter anderem den Flächenzuschnitt, die Erreichbarkeit, die Tragfähigkeit des Untergrunds, die Parkmöglichkeiten und auch die Lärmbelastung für das Umfeld geprüft hat.

Am ehesten machbar sei eine Bendverlagerung jedoch in Richtung Breslauer Straße, meint die Verwaltung. Allerdings müsste dort überhaupt erst noch mit den betroffenen Vereinen gesprochen werden und ihnen dann auch Ersatz angeboten werden.

Mit einer Fläche von mehr als drei Hektar sei das Gelände grundsätzlich groß genug für den Kirmesaufbau. Auch die Autobahnanbindung sei gut. Schwieriger könnte es dort hingegen mit den Parkmöglichkeiten sein. Die großen Parkflächen in der Nachbarschaft werden vor allem vom Real-Supermarkt und vom Hirsch-Center benötigt.

Auch über die Flucht- und Rettungswege müsste man sich dort Gedanken machen, da das Gelände von drei Seiten umzäunt ist — in Richtung Autobahn und zu den jeweiligen Nachbargrundstücken. Als nicht ausreichend werden zudem die Geh- und Radwege entlang der Breslauer Straße angesehen, die im Falle einer Bendverlagerung dringend ausgebaut werden müssten. Einen politischen Beschluss über eine Bendverlagerung gibt es bislang nicht.

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