Nach tödlichem Unfall mit Radfahrerin: Kreuzung soll sicherer werden

Mobilitätsausschuss in Aachen : Sofortmaßnahmen nach tödlichem Radunfall

Nach dem tödlichen Radunfall an der Vaalser Straße will die Aachener Stadtverwaltung schnell Maßnahmen ergreifen: Das wurde am Donnerstagabend im Mobilitätsausschuss mitgeteilt.

Der tragische Tod einer Radfahrerin an der Vaalser Straße war Anlass für mehr als 300 Demonstranten, am Donnerstagabend dem Aufruf der Initiative Radentscheid zu folgen und eine Mahnwache vor der Sitzung des Mobilitätsausschusses abzuhalten.

Im Ausschuss wurde ein für den Radverkehr wichtiger Punkt („Lothringerstraße, Umbau als Fahrradstraße und Premiumfußweg“) von der Tagesordnung abgesetzt, die große Koalition meldete weiteren Beratungsbedarf an. Gegen Ende der Sitzung berichtete Heike Ernst, zuständig für Verkehrsanlagen, die Verwaltung habe auf Empfehlung der Unfallkommission erste Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Situation an der Vaalser Straße in die Wege geleitet.

Die rote Einfärbung des Radwegs soll unverzüglich vom Kreuzungsbereich Kronenberg bis zum Kreuzungsbereich Vaalser Straße/Amsterdamer Ring verlängert werden, um den Radverkehr optisch hervorzuheben. Zusätzlich werde man eine gesonderte Ampel für den Radverkehr am Abzweig zum Kronenberg anbringen. Sie zeige ein eigenes Ampelsignal mit einer Vorlaufzeit von fünf Sekunden für die Radfahrer, die somit einen kleinen Sichtvorsprung vor Autofahrern bekommen.

Heike Ernst wies darauf hin, dass die rechts parallel zum Autoverkehr in den Amsterdamer Ring abbiegenden Radfahrer bereits ab dem Abzweig Kronenberg auf dem bestehenden Gehweg fahren dürfen. „Das ist sicherlich das bessere Angebot für unsichere Fahrer“, sagte Ernst.

Wann genau die Sofortmaßnahme umgesetzt werden soll, konnte Harald Beckers, Mitarbeiter des Pressamtes, am Freitag noch nicht sagen. „Bei gutem Wetter kann das mit den Markierungsarbeiten sehr schnell gehen.“

Für die Aachener Vorsitzende des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club), Monika Volkmer, „reicht ein Eimer rote Farbe bei Weitem nicht aus“, sagt sie auf Anfrage. Das sei zwar „besser als nichts“, führe aber nicht daran vorbei, dass „der Fahrradverkehr insgesamt mehr Platz“ in der Stadt benötige. Auch am Hansemannplatz sei die Wegeführung auch nach den neuen Maßnahmen „viel zu eng“, Unfälle seien nach wie programmiert.

Auch das Vorhaben Erweiterung des roten Belags auf der Vaalser Straße bringe in der Dunkelheit nichts. Löblich sei zwar die gesonderte Ampel für die Radfahrer. Doch: Fünf Sekunden Vorlauf, das „ist viel zu kurz“, rügt Volkmer.

Außerdem sei der Effekt im fließenden Verkehr sowieso nicht mehr vorhanden. Volkmer resümiert: „Wir brauchen mehr Platz für die gefährdeten Gruppen und müssen die Verkehrsflächen künftig von außen nach innen planen“, fordert sie. Die Autos hielten außerdem beinahe nie die geforderten Abstände ein. Auch deswegen sei der Einbau von elektronischen Abbiegeassistenten bei großen Fahrzeugen wichtig.

Noch heute stehe eine „autogerechte Leistungsfähigkeit“ der Kreuzungen im Vordergrund, das habe man beispielsweise an der Neuplanung der Kreuzung Normaluhr gesehen. Das Fazit der ADFC-Vorsitzenden: Nichts führe an einem gesonderten und damit sicheren Radwegenetz vorbei.

Mehr von Aachener Nachrichten