Aachen: Nach der Amokdrohung: Polizei ist präsent am Couven-Gymnasium

Aachen: Nach der Amokdrohung: Polizei ist präsent am Couven-Gymnasium

Es ist am Freitag ruhig geblieben am Couven-Gymnasium - wie von Polizei und Schulleitung erwartet. Der an der Wand der Jungentoilette für den 4. Dezember angekündigte Amoklauf entpuppte sich als kalkulierte Drohung. Sie hatte sich an eine namentlich genannte Lehrerin sowie Kollegen gerichtet, die ihr zu Hilfe eilen sollten.

Eine tatsächliche Gefährdung war im Vorfeld sowohl von Polizei als auch von Schulleiter Adolf Bartz als unwahrscheinlich eingestuft worden.

Und so zogen Freitagmorgen die Schülerströme wie gewohnt Richtung Jülicher Lütticher Straße und verbrachten einen eigentlich ganz normalen Schultag. Mit zwei nicht zu übersehenden Auffälligkeiten: Zum einen hatten sich vor den Eingängen Polizeibeamte in ihren Fahrzeugen postiert, um Schülern und Lehrern ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Zum anderen waren laut Schulleiter Adolf Bartz, „sichtbar weniger Schüler zum Unterricht erschienen als sonst.”

Besseres Signal

Bartz bedauerte das, äußerte aber auch Verständnis für das Wegbleiben der Schüler: „Sicherlich wäre es ein besseres Signal gewesen, wenn alle gekommen wären. Aber ich kann auch die Eltern verstehen, die ihre Kinder nicht in die Schule haben gehen lassen.”

Polizeisprecher Michael Houba sprach am Freitag von „keinem besonderen Einsatz”. Vielmehr habe die Polizei lediglich zur „Beruhigung der Situation” beitragen wollen: „Eine erhöhte Gefahr lag zu keinem Zeitpunkt vor.” Dennoch klangen einige Eltern, die ihre Kinder zur Schule begleiteten, besorgt. Immer wieder wurde den Beamten die gleiche Frage gestellt: „Sind unsere Kinder denn sicher?”

Sie waren sicher. Denn dem Täter, nach dem weiter gesucht wird, ging es nach Überzeugung von Adolf Bartz lediglich darum, „Angst und Schrecken zu erzeugen”. Wichtig war dem Schulleiter daher, dass das Couven-Gymnasium sich als „nicht erpressbar” präsentierte. Und tatsächlich erschien sein Kollegium am Freitag „bis auf ganz wenige Ausnahmen” vollzählig.

Ähnlicher Fall

Zusammen mit Experten, Kollegen, Eltern und Schülern will Bartz diese Ausnahmesituation nun aufarbeiten und dabei der Frage nachgehen, wie eine Schule generell mit solchen Bedrohungen umgehen soll.

Kontakt mit dem Anne-Frank-Gymnasium hat Bartz nach Entdeckung der Drohung nicht aufgenommen. In Laurensberg hatte es 2007 einen scheinbar ähnlichen Fall gegeben. „Die Ankündigung war damals aber kurzfristiger, die Gefährdungslage eine andere.” Der Täter wurde später von der Schule verwiesen.

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