Aachen: Nach dem Großfeuer im Aachener Osten: Einige Flächen sind „stark belastet“

Aachen : Nach dem Großfeuer im Aachener Osten: Einige Flächen sind „stark belastet“

Jetzt ist es amtlich: Im Zuge des Großbrandes am Montag vergangener Woche in der Lagerhalle eines Recycling- und Entsorgungsunternehmens im Gewerbegebiet an der Philipsstraße sind einige Oberflächen im unmittelbaren Umfeld des Feuers „besonders stark mit Rauchgasen belastet“ worden.

Hierzu zählen die insbesondere nordöstlich gelegenen Industriegebäude und die südlichen und südwestlichen Fassaden der Wohnblöcke an der Weißwasserstraße. Das ergab die Analyse von Proben, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) untersucht hatte und deren Ergebnisse die Stadt Aachen am Dienstag veröffentlicht hat. Vorsorglich sollten daher insbesondere die Fassaden der weiteren Wohngebäude im Karree Weißwasserstraße, Fringsgraben, Hüttenstraße mit einbezogen werden, teilte die Stadt mit.

Die Experten des Landesamts hatten das Umfeld des Brands und die Gebiete, die von der Rauchwolke betroffen waren, direkt am Abend des Unfalltages untersucht und Proben entnommen. In einer ersten Stellungnahme vor einer Woche hatte das Landesamt noch „keine Indizien für eine starke/schwere Belastung der Flächen festgestellt“.

Anwohner im engeren Umfeld der Brandstelle — Weißwasserstraße, Hüttenstraße und Fringsgraben — sollten deshalb auch weiterhin Obst und Gemüse gründlich waschen und nur geschält verzehren. Großblättrige Pflanzen wie Salate aus dem heimischen Garten sollten indes zur Sicherheit gar nicht erst auf dem Esstisch landen. Darüber hinaus verweist das Lanuv darauf, dass sichtbar belastete Flächen, etwa durch Partikelspuren, Asche und Rußablagerungen, nur unter Verwendung von Handschuhen und mit normalen Reinigungsmitteln einmal gesäubert werden sollten. Zumindest Fenster und Türen sollten, so das Lanuv, auf diese Weise gereinigt werden. Bürger, die außerhalb dieses engeren Umkreises der Brandstelle leben, können nach Ansicht des Lanuv wieder ohne Bedenken Salate und ähnliche Nutzpflanzen, die im heimischen Garten gezogen werden, verzehren.

Kein weiterer Handlungsbedarf

Einen nachhaltigen Einfluss auf die Gartenarbeit habe die Rauchwolke wohl aber nicht. „Rasenschnitt und anderer Grünabfall kann generell der Kompostierung zugeführt werden“, heißt es seitens der Stadt.

Kein „nennenswertes Gefahrenpotenzial“ haben die im Umfeld der umliegenden Kindergärten untersuchten Proben ergeben. Weiterer Handlungsbedarf ergebe sich für die Kindergärten und die betreffenden Wohngebiete nicht. Auch für den Kindergarten an der Weißwasserstraße und den anliegenden öffentlichen Spielplatz seien keine weiteren Maßnahmen erforderlich, so das Lanuv abschließend. Die meisten Kindergärten hatten bereits am Tag nach dem Großbrand wieder geöffnet, nur die Kita an der Weißwasserstraße konnte erst am Mittwoch wieder ihren Betrieb aufnehmen. Vor Inbetriebnahme der umliegenden Kindergärten hatte die Stadt die Spielgeräte im Außenbereich reinigen lassen.

Bei dem Großbrand im Aachener Osten war nach Einschätzung der Fachleute ein Millionenschaden entstanden. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Auslöser des Feuers in der Lagerhalle der Firma WE3 war laut Ermittlungen der Kriminalpolizei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein ausgedienter Akku, der noch unter Spannung stand. Etwa 30 Kubikmeter Elektroschrott, die kurz zuvor angeliefert worden waren, sollen, so die Polizei, in der Halle selbstständig in Brand geraten sein.

(red)
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