Aachen: Nach 31 Jahren: Die Grundsanierung des Doms geht zu Ende

Aachen : Nach 31 Jahren: Die Grundsanierung des Doms geht zu Ende

Am Aachener Dom gibt‘s ja immer was zu tun. Doch den Begriff von der „ewigen Baustelle“ mag Dombaumeister Helmut Maintz überhaupt nicht. „Das hört sich ja an, als würden wir immer wieder von vorne anfangen.“

Doch das möchte er nicht. „Wenn wir das Bleidach auf dem Sechszehneck jetzt fertigstellen und alles richtig gemacht haben, dann sollte es für knapp 300 Jahre halten“, blickt Maintz optimistisch in die weite Zukunft.

Zeitlich etwas näher liegt der kommende Sommer. Dann nämlich soll mit der Fertigstellung des 700 Quadratmeter großen Bleidachs, das das Domkapitel pünktlich zu Ostern vorstellte, die Grundsanierung des Doms nach 31 Jahren endgültig abgeschlossen sein. „Damit geht eine Epoche zu Ende“, sagt Dompropst Manfred van Holtum nicht ohne Stolz.

Die Sanierung des Bleidachs ist das letzte große Kapitel dieser Epoche. Aufgeschlagen wurde es Ende 2014. „Eigentlich wollten wir 2016 fertig sein“, berichtet Helmut Maintz. Doch es habe ein bisschen länger gedauert, unter anderem „weil wir hier oben bekanntlich Erdbebenrisse gefunden haben“ — unter anderem den vom großen Aachener Erdbeben von 803. „Und weil wir wegen eines Gegengefälles mehr doppelt soviel Naturstein für die Rinnen gebraucht haben, als ursprünglich geplant.“

Doch das ist inzwischen alles erledigt. Die neuen Bleiplatten sind verlegt, die hölzerne Unterkonstruktion inklusive Belüftung des Dachstuhls neu aufgebaut, die Steinrinnen ins korrekte Gefälle zum Fallrohr gebracht und die Erdbebenrisse am Aachener Dom mit „Formel-1-Technologie“, wie Maintz die Carbonpflaster nennt, stabilisiert.

Mehr als 100 Risse

Notwendig geworden waren die Arbeiten, weil auf den alten Bleiplatten aus den 1960er-Jahren aufgrund der Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung im Laufe der Zeit mehr als 100 Risse entstanden waren. Zudem war die Holzkonstruktion unter den Bleiplatten mit einem schädlichen Holzschutzmittel imprägniert worden, was zu Bleirostbefall an den Platten geführt habe. „Und man hat damals die Belüftung des Dachstuhls einfach zugeschlagen“, sagt der Dombaumeister, was dazu geführt habe, „dass die ganze schlechte Luft aus dem Dom nicht raus konnte“. Und damit meint Maintz nicht etwa den Weihrauch, sondern die Ausdünstungen der Dombesucher. „Wenn da unten 1200 Leute sind, steigt eine warme und feuchte Luft auf. Und die blieb bislang im Dom.“ Nicht gut, aber Vergangenheit.

In der Gegenwart wird das Wetterschutzdach über dem Sechszehneck abgebaut, das Gerüst am Münsterplatz bleibt aber noch für die Restarbeiten stehen, bis zum Sommer eben. Arbeitslos wird Helmut Maintz dann aber nicht. „Der Dachstuhl der Taufkapelle muss saniert werden, und mit der neuen Beleuchtung im Dom kann ich mich dann intensiver beschäftigen. Außerdem braucht der Dom immer eine pflegende Hand, damit wir das, was wir jetzt geschaffen haben, auch erhalten.“ Es gibt halt immer was zu tun.

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