Aachen: Nach 118 Jahren: Clara Fey wieder in Aachen

Aachen: Nach 118 Jahren: Clara Fey wieder in Aachen

Die Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus gibt ihr Kloster in Simpelveld auf. Die Schwestern suchen eine neue Heimstatt in Aachen.

Deshalb werden die sterblichen Überreste der aus Aachen stammenden Ordensgründerin Clara Fey am Samstag, 1. September, nach Aachen überführt und vorerst im Aachener Dom in der Bischofsgruft untergebracht, bevor eine endgültige Ruhestätte für die Streiterin für einen sozialen Katholizismus gefunden worden ist. Am 8. Mai 1894 ist Clara Fey in Simpelveld gestorben. Während des Kulturkampfes der preußischen Regierung unter dem „eisernen Kanzler” Bismarck gegen die katholische Kirche floh sie mit ihren Mitschwestern ins benachbarte Simpelveld in den Niederlanden.

Dort geben die heutigen Schwestern nun das Kloster wegen Nachwuchsmangels auf. Am Tag zuvor, am Freitag, 31. August, wird der Bischof von Roermond, Frans Wiertz, nach einem Pontifikalamt in der Klosterkapelle den Eichensarg aus dem steinernen Sarkophag, der in der Kapelle untergebracht ist, herausnehmen und für den Transport fertig machen lassen. Der Eichensarg stammt aus dem Jahr 1934, in diesem Jahr wurde die Nonne aus dem Erdgrab umgebettet.

Am Samstagmorgen, gegen 9 Uhr, kommt der Sarg in Aachen an und wird für eine knappe Stunde in der Nikolauskapelle aufgestellt, damit sich die Nonnen aus 17 Ländern von Clara Fey verabschieden können. Dann wird Clara Fey unter Ausschluss der Öffentlichkeit in die Bischofsgruft herabgelassen. Weihbischof Johannes Bündgens liest anschließend eine feierliche Messe für die vor 118 Jahren verstorbene Ordensschwester. Während der Eucharistiefeier wird der Mädchenchor der Domsingschule singen. „Clara Fey hat sich immer wieder dafür eingesetzt, dass Mädchen Bildung genießen”, erklärt der Weihbischof.