Aachen: Musikhaus Hogrebe: Traditionsgeschäft steht vor einem Neuanfang

Aachen : Musikhaus Hogrebe: Traditionsgeschäft steht vor einem Neuanfang

Der Name und die Räumlichkeiten werden bleiben, doch personell steht das traditionsreiche Aachener Musikhaus Hogrebe vor einem Neuanfang. Der bisherige Geschäftsführer hat Insolvenz angemeldet und kündigt für kommende Woche den Räumungsverkauf an. Schon für Anfang September ist allerdings ein Neustart unter neuer Führung geplant.

Dies teilt Insolvenzverwalter Johannes Günter mit, der damit all jene beruhigt, für die Hogrebe ein nicht wegzudenkender Markenname in Aachen ist. Wer auf der Suche nach einem Instrument und vor allem nach Noten ist, kann seit 1896 den kleinen Laden in der Großköln­straße ansteuern und darauf vertrauen, dort kompetent beraten und auch fündig zu werden.

In den letzten Jahren sei das Umfeld für dieses Nischengeschäft allerdings immer schwieriger geworden, sagt Günter. Er meint damit nicht nur die direkte räumliche Umgebung an der Großkölnstraße, die ebenfalls viel von ihrer einstigen Zugkraft auf Kundenströme verloren hat, sondern auch den Onlinehandel, der gerade auch dem Musikalienhandel enorme Probleme bereitet. Schmerzhaft hat es auch das Musikhaus zu spüren bekommen, dass Noten oftmals im Internet geordert werden und Instrumente vor Ort probegespielt, anschließend aber billig im Netz gekauft werden.

Doch unabhängig davon haben sich zuletzt auch Klagen über die nicht mehr ganz so fachkundige und zugewandte Beratung unter neuer Leitung gehäuft. Auch diese im Internet leicht zu verbreitende Kritik dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, dass Anfang des Monats Insolvenz angemeldet werden musste.

„Persönlich finde ich das jammerschade“, sagt auch Günter, der aber zugleich mitteilen kann, dass die Tradition beinahe nahtlos am selben Standort fortgeführt werden kann.

Neuer Eigentümer wird der in Bayern ansässige Musikspezialist MGS (Musikgroßsortiment) Loib, der auch schon andernorts vergleichbare Läden aus Insolvenzen übernommen und weitergeführt hat. Im Fall Hogrebe spricht der langjährige MGS Loib-Mitarbeiter Bodo Bochnig allerdings lieber von einer echten Neueröffnung, weil auch er die Geschäftsführung der letzten Jahre nicht so gelungen fand. Stattdessen will er an die Tradition unter Vorbesitzer Paul Hogrebe anknüpfen und auch dessen Ratschläge berücksichtigen. Hogrebe sei begeistert, dass nun die MGS Loib GmbH einsteige, betont Bochnig, der viele Jahre lang mehrere MGS Loib-Filialen betreut hat und nun immer noch als Berater für die Firma tätig ist.

Aktuell unterhält MGS Loib zehn Musikalienhandlungen in Deutschland sowie je eine im belgischen Brüssel und bei Wien. Aachen passe gut dazu, ist Bochnig überzeugt. „Das Potenzial ist da“, sagt er. Die Stadt brauche einen solchen Fachhändler.

Der Name „Musikhaus Hogrebe“ werde beibehalten, kündigt Bochnig an. „Der Name ist bekannt und bürgt für Qualität.“ Auch sollen zwei der bisherigen Mitarbeiter übernommen werden. Die Führung werde jedoch einer versierten neuen Fachkraft überlassen. Meist sei man auch bestrebt, das Sortiment zu erweitern, wegen des knappen Platzes sei dies in Aachen jedoch kaum möglich.

Die Neueröffnung ist laut Bochnig bereits für Samstag oder Montag, 1. oder 3. September, geplant. Zuvor aber haben Kunden noch die Chance, auf Schnäppchenjagd zu gehen. Der Insolvenzverkauf beginnt am kommenden Dienstag, 21. August, und endet am darauffolgenden Freitag.

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