Aachen: Musikbunker: Stadt sucht Gespräch mit Anwohnern

Aachen: Musikbunker: Stadt sucht Gespräch mit Anwohnern

Annähernd 4500 Unterzeichner machen sich im Internet für den Erhalt der Musikbunker in der Junkerstraße und Goffartstraße stark. Auf der Seite „Open Petition“ fordert eine Initiative, „dass der geplante Verkauf der Musikbunker sofort abgebrochen wird, beziehungsweise die Stadt Aachen für den Erhalt dieser Einrichtungen sorgt“.

Das würde die Stadt auch gerne tun. Erklärtes Ziel von Verwaltung und Politik ist es jedenfalls, den beiden Weltkriegsrelikten einen Weg in die Zukunft zu ebnen. Dabei geht es nicht nur um den Verkauf, den die Bundesimmobilienagentur (Bima) forciert. Mittlerweile droht dem Bunker an der Goffartstraße auch das Aus, weil eine Anwohnerin wegen Lärmbelästigung geklagt hatte und das Verwaltungsgericht Aachen ihr in Form eines vorläufigen Beschlusses Recht gab. Demnach dürfen in dem Bunker ab sofort keine Partys mehr stattfinden.

Schon in den vergangenen Jahren hatte es Beschwerden wegen grölender Partygäste gegeben, die Mitte 2012 in einen Krisengipfel zwischen dem betreibenden Musikbunker-Verein, verärgerten Anwohnern und der Verwaltung mündete. Dabei konnten laut Stadtpressesprecher Hans Poth Kompromisse gefunden werden.

Neue Hausordnung

Im Anschluss an dieses Gespräch stellte der Verein einen Bauantrag und erließ eine neue Hausordnung. Am 2. April 2013 wurde dieser Antrag von der Stadt genehmigt. Statt 135 Gästen durfte der Verein fortan 400 Besuchern Einlass gewährt werden. „Die Kontrollen des Ordnungsamtes sind seit 2012 verstärkt worden“, sagt Stadtsprecher Poth, „am 8. März 2013 hat es bei uns die letzte Beschwerde gegeben.“ Sie stammt allerdings nicht von der Klägerin, die bei dem Krisengespräch Mitte 2012 auch nicht dabei war.

„Wir wollen jetzt schnellstmöglich mit den Anwohnern ins Gespräch kommen“, betont Poth. Bereits am Freitag steht ein schon länger vereinbarter Termin mit dem Musikbunker-Verein auf der Verwaltungsagenda. Ursprüngliches Thema war der Verkauf der Bunker und wie die Stadt helfen kann. Jetzt kommen noch die Lärmbelästigung und ihre Folgen mit auf die Tagesordnung.

Was den Beschluss des Verwaltungsgerichts betrifft, hat die Stadt nun bis zum 3. Februar Zeit, um gegen die vorläufige Entscheidung des Verwaltungsgericht eine Beschwerde vor dem Oberlandesgericht in Münster einzulegen.

(akai)