Aachen: Musikbunker: Lärm vermeiden ja, aber nicht durch eine Mauer

Aachen : Musikbunker: Lärm vermeiden ja, aber nicht durch eine Mauer

„Wie kann man auf die Idee kommen, ein Stück Berliner Mauer in einem Stadtteil zu errichten, der vor allem von denkmalgeschützten Häusern geprägt ist?“ Diese Frage kam aus dem Publikum, nachdem Klaus Meiners, Fachbereich Umwelt, die angedachte Lösung für den Musikbunker in unmittelbarer Nachbarschaft zur Burg Frankenberg vorgestellt hatte.

Rund 50 Bürger hatten sich eingefunden, um sich über die Pläne der Stadt zu informieren. Um der Lärmbelästigungen rund um den Bunker Herr zu werden, sieht die Stadt die Lösung in einer Lärmschutzmauer an der Rehmannstraße. Die soll 30 Meter lang und 3,50 Meter hoch sein und so gestaltet, dass sie sich möglichst harmonisch in die Umgebung einfügt. Prof. Norbert Klöters, von der Firma „3plus Freiraumplaner“, stellte eine mögliche Lösung vor. Demnach könnte die Mauer eine Holzoberfläche haben und sich entlang der Rehmannstraße „den Hang hinunter falten“ bis in den Park hinein.

Südlicher Ausgang

Aber ganz offensichtlich traf diese Lösung nicht den Geschmack der Zuhörer: Sie sprachen sich ganz entschieden gegen eine Mauer aus, und warteten mit Alternativvorschlägen auf. Ihrer Meinung nach wäre ein südlicher Ausgang die bessere Lösung. So würden die Besucher des Musikbunkers von der Rehmannstraße und dem Park ferngehalten und gleich Richtung Montessori-Gesamtschule geleitet. Und dort würden sie nachts niemanden stören, meinten die Anwohner. Eine Einschätzung, die die städtischen Planer nicht teilen. Klaus Meiners: „Dort sind die Wege zu lang, außerdem ist es zu dunkel, und wir würden das Problem der Lärmbelästigung nur verlagern.“

Immer wieder betonten die städtischen Planer, dass eine Lärmschutzwand die einzig richtige Lösung für den Musikbunker sei. Denn der darf gemäß gerichtlichem Urteil nur dann weiter betrieben werden, wenn es entsprechende Schallschutzmaßnahmen gibt. Vor allem die Anwohner der Rehmannstraße hatten sich immer wieder über den Lärm beschwert, den die Besucher des Bunkers beim Kommen und Gehen verursachen. Das Gericht gab ihnen Recht. Nun muss die Stadt für Abhilfe sorgen. Zu diesem Zweck wurde die Situation rund um den Bunker zunächst eingehend geprüft. „Eine derart intensive Untersuchung eines Objekts hat es bisher noch nicht gegeben“, sagte Klaus Meiners. Geprüft wurden unter anderem der Verkehr, die Besucherströme sowie die Situation des Parks, außerdem wurden Anwohner befragt.

Dass die durch den Musikbunker hervorgerufene Belästigung der Anwohner enorm ist, stand dabei außer Frage. Die nächtlichen Besucher fallen zudem auch durch ihr Verhalten im Park immer wieder unangenehm auf, meinen die Nachbarn. „Wir schauen jede Nacht auf nackte Ärsche“, meinte einer mit Blick auf die Tatsache, dass viele den Park offensichtlich mit einer öffentlichen Toilette verwechseln. Auch hier bedarf es einer Lösung, forderten die Anwohner. Moderator Jens Stachowitz sorgte mit seiner beschwichtigenden Moderation immer wieder dafür, dass die Diskussion sachlich blieb.

Und eins steht fest: Soll der Musikbunker auch weiterhin in Betrieb bleiben, ist eine lärmtechnische Lösung zwingend notwendig. Daran ließ die Stadt keinen Zweifel. Und Lars Templin, Geschäftsführer des Vereins Musikbunker e.V., bekundete immer wieder die Bereitschaft, alles Erdenkliche zu tun, um für einen reibungslosen Verlauf der Veranstaltungen zu sorgen und Belästigungen zu vermeiden.

In einem waren sich alle einig: Der Musikbunker soll bleiben. Die städtischen Planer wollen die Einwände und Alternativvorschläge der Anwohner jetzt noch einmal prüfen und dann erneut das Gespräch mit ihnen suchen.