Gelungenes Remake im Das Da Theater: Musical mit bleibender Faszination

Gelungenes Remake im Das Da Theater : Musical mit bleibender Faszination

Das zweiterfolgreichste Musical Deutschlands, „Linie 1“, findet nach zwölf Jahren den Weg zurück auf die Bühne des Das Da Theaters. Es ging als deutlicher Sieger aus einer Umfrage des Das Da anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Theaters, hervor, wurde aber wegen des enormen Aufwands erst in dieser Spielzeit realisiert.

„Linie 1“, geschrieben von Volker Ludwig und mit der Musik von Birger Heymann ist ebenfalls seit über 30 Jahren ein Erfolgshit. Am Donnerstag, 21. März, feiert „Linie 1“ im Das Da Theater in einer Neuaufnahme mit alten und vielen neuen Elementen, Premiere. „Es riecht nach Abenteuer, es riecht nach Großstadt“, singt die junge Protagonistin (Mariyama Ebel), als sie in Berlin eintrifft. Am Bahnhof Zoo steigt sie aus dem Zug, voller Elan und Tatendrang, Naivität und träumend von der großen Gesangskarriere. Dort angekommen trifft sie zunächst auf eine Gruppe Obdachloser und sieht sich schnell mit der nicht immer ganz einfachen Realität in Berlin konfrontiert.

Mit der U-Bahn Linie 1, geht es weiter Richtung Kreuzberg. Am nächsten Bahnhof trifft sie auf den Punker Bambi (Mehdi Salim) und seine Kumpel, die ihr mitteilen, dass die Straße, in der ihr Freund, der Rockmusiker Johnnie, leben soll, nicht existiert. Für die Protagonistin beginnt eine wilde Fahrt mit der Linie 1 durch die Stadt, auf der sie die unterschiedlichsten Menschen, vom Punk über eine reiche Lady, die den Tag beklagt, bis zum Skinhead trifft, von tragischen Schicksalen erfährt und selbst an diesen Erfahrungen wächst. Regisseur und Das Da-Intendant Tom Hirtz ist besonders euphorisch „die Linie 1 noch einmal auf die Bühne zu bringen“.

Die Euphorie ist auch absolut gerechtfertigt, denn was das Das Da mit dem Stück leistet, ist auch für erfahrene Theatergänger etwas Außergewöhnliches: Vor allem das imposante und technische beeindruckende Bühnenbild ist ein absoluter Genuss; der Zuschauer weiß gar nicht, wo er hinschauen kann, denn überall verfängt sich der Blick in den kleinen, liebevollen Details. Spätestens, wenn die Bahn einfährt, dürfte vielen, die das Stück zum ersten Mal sehen, der Mund vor Erstaunen offen stehen bleiben.

Frank Rommerskirchen, der dieses Bühnenbild vor zwölf Jahren entworfen hat, hat auf der 16 Meter langen, sechs Meter hohen und vier Meter tiefen Bühne alles aufgebracht, was aufzubringen war. Um das überhaupt umsetzten zu können, musste der gesamte Saal gedreht werden, denn statt wie sonst üblich auf der kurze Seite befindet sich die imposante Bühne diesmal auf der langen Seite des Raums.

Für die musikalische Leitung und die Arrangements ist Christoph Eisenburger zuständig, seit 1991 musikalischer Leiter am Das Da, und er hat Neues im Gepäck: Zwar war er auch damals schon musikalischer Leiter, allerdings stammte die Musik „aus der Konserve“, wie er es ausdrückt.

Kostümbildnerin Heike Engelbert und Choreographin Eveline Gorter sind neu im Team. Auch sie haben die Arbeit am Stück sehr genossen: Gorter, weil sie bei der Erarbeitung der völlig neuen Choreographien „extrem denken“ durfte und sich nicht an die klassisch-symmetrischen Musicalchoreographien halten musste und Engelbert, weil sie sich in den Klischees der 80er Jahre austoben durfte. Zudem war es eine besondere Herausforderung für die zehn Darsteller und ihre 80 Rollen verschiedene Kostüme zu finden, die den Anforderungen an das Stück genügen: passend für die 80er in Westberlin, geeignet für die Tanzbewegungen und schnell an- und ausziehbar. „Es ist eine wirklich schöne Zeitreise in eine richtig wilde Zeit“, so resümiert Tom Hirtz die neue Produktion.

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