Aachen: Museen in Aachen am Muttertag mit allen Sinnen erleben

Aachen : Museen in Aachen am Muttertag mit allen Sinnen erleben

Museum zum Anfassen, Schmecken und Riechen — das gibt es in Aachen nicht alle Tage. Am Muttertag, 13. Mai, bietet sich aber die Gelegenheit dazu. Da dürfen Interessierte die Museen mit allen Sinnen erleben, alte Münzen, Kleidung und Keramik anfassen, aber auch einen Luftschutzhelm aus dem Zweiten Weltkrieg genauer unter die Lupe nehmen und vielleicht sogar auf den Kopf setzen.

„Wir zeigen Dinge, die konservatorisch unbedenklich sind“, sagt Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne. Nicht alles darf also angefasst werden. Aber der internationale Museumstag soll die Menschen dazu einladen, die städtischen Museen noch ein bisschen besser kennenzulernen.

Unter dem Motto „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“ feiern die Museen in ganz Deutschland einen Aktionstag und bieten ein vielfältiges Programm für Klein und Groß. In Aachen werden allerdings nicht nur die Museen geöffnet, Workshops und Führungen angeboten, sondern zudem feiert man im Centre Charlemagne am Katschhof zusätzlich noch den städteregionalen Familientag — und zwar inklusiv. Ein straffes Programm. „Es ist der 41. Museumstag, und das ist ein riesen Geschenk. Es ist ein großartiges Event für Aachen, und alle städtischen Museen sind dabei“, sagt Kulturdezernentin Susanne Schwier.

Neben dem Centre Charlemagne öffnen also auch das Ludwig Forum, das Suermondt-Ludwig-Museum, das Internationale Zeitungsmuseum, das Couven Museum und das Grashaus ihre Pforten — bei kostenfreiem Eintritt. „Das ist ein idealer Anlass für einen Muttertagsausflug“, so Schwier weiter. Die Museen nutzen diesen Tag, um ihre Vielfalt zu präsentieren. Im Suermondt-Ludwig-Museum hat man sich daher etwas ganz Besonderes überlegt. „Wir wollen neue Wege beschreiten und bieten an, die Kunst mit allen Sinnen zu erleben. Wir zeigen, wie ein Bild schmeckt und riecht“, sagt Kuratorin Wibke Birth.

Zudem gibt es in dem Museum an der Wilhelmstraße gleich im Eingangsbereich die Möglichkeit, an einer Umfrage teilzunehmen. „Wir möchten die Besucher fragen, was sie von einem Museum erwarten. Mehr Neue Medien, mehr Führungen, mehr Technik?“, so Birth weiter. Der Tag wird also auch dazu genutzt, um das jeweilige Konzept stetig zu verbessern und die Zielgruppen ein wenig unter die Lupe zu nehmen.

Workshops und Führungen

Im Ludwig Forum erwartet die Besucher ein Programm im Zeichen der 1968er Jahre, in denen Menschen weltweit für Frieden, Gleichberechtigung und Freiheit demonstrierten. „Wir bieten diesmal keine klassischen Führungen, sondern Kunstdialoge. Alle Mitarbeiter stehen Rede und Antwort. Außerdem werden wir im Workshop-Programm mit Schere und Papier arbeiten und damit ausdrucksstarke Charaktere entwickeln, die sich trauen zu sagen, was sie denken“, sagt Holger Otten, Kurator Kunst- und Kulturvermittlung im Ludwig Forum. Der einfallsreichste Demonstrant erhält im Übrigen einen Preis.

Im Centre Charlemagne steht dann aufgrund des Familientages alles im Zeichen der Inklusion. Es wird Führungen in einfacher Sprache geben, für Blinde und Sehgeschädigte sowie für Gehörlose und Hörende. So soll das Museum für alle erlebbar gemacht werden. „Um 16 Uhr gibt es außerdem eine Theateraufführung von ,Ein Sommernachtstraum‘ von William Shakespeare in Gebärdensprache“, sagt Pia vom Dorp, Leiterin des Museumsdienstes der Stadt Aachen.

Für wen da nichts dabei war, werden auch noch Führungen durch die Dauerausstellungen im Internationalen Zeitungsmuseum, im Couven Museum und im Grashaus angeboten. Außerdem darf jeder Besucher natürlich auch einfach so eine Runde durch die Museen drehen — auch den ganzen Tag lang.

Erwartet werden zwischen 1500 und 2000 Besucher. „Das kommt ganz auf das Wetter an“, sagt Otten. Allerdings bieten die Museen bei schlechtem Wetter ein gutes Alternativprogramm und bei gutem Wetter „klimatisierte Räume“, wie Birth sagt.

„Wir möchten einfach eine breite Öffentlichkeit ansprechen und die Menschen einladen, die Museen für sich zu entdecken“, sagt Schwier. „Wir freuen uns auf diesen Tag. Wir fühlen uns als Gastgeber und möchten natürlich auch gerne zeigen, was wir so zu bieten haben“, sagt vom Dorp. Los geht es am Sonntag ab zehn Uhr.