Aachen: Multikulti-Wettbewerb: Heinrich-Heine-Gesamtschule belegt dritten Platz

Aachen : Multikulti-Wettbewerb: Heinrich-Heine-Gesamtschule belegt dritten Platz

Multikulti nicht als Bedrohung, sondern als ernstzunehmende Chance: Unter diesem Gesichtspunkt besuchten Schüler der achten Klassen der Heinrich-Heine-Gesamtschule (HHG) die Bäckerei Moss und das CMS Pflegewohnstift Laurensberg. Sie interviewten jeweils einen Mitarbeiter mit Migrationshintergrund und fotografierten ihn.

Das Ergebnis ihrer Arbeit hat die Jury der Initiative „KURS“ (Kooperation Unternehmen der Region und Schulen) überzeugt. Die Schüler belegten bei dem Wettbewerb unter dem Titel „Multikulti im Betrieb — viele Nationalitäten unter einem Dach“ den dritten Platz.

„Wir müssen Flüchtlinge in Ausbildung bringen“, sagte Heinz Gehlen, Geschäftsführer der IHK, in seiner Laudatio, und richtete seinen Blick dabei auf den Fachkräftemangel. Im vergangenen Jahr seien zwischen 50 und 60 Verträge mit Flüchtlingen zustande gekommen, führte er aus und erwartet für 2017 eine deutliche Steigerung, da anfängliche Probleme und Hindernisse inzwischen aus dem Weg geräumt worden seien.

Halina stammt aus der Ukraine und arbeitet heute im CMS Pflegewohnstift Laurensberg. „Die Sprache ist der Schlüssel für alles“, hat sie den Schülern erzählt. Und sie möchte ihrer Tochter etwas bieten können, sagte sie weiter. Eine Porträtaufnahme zeigt sie als Pflegerin, die andere privat. Daneben hängen die Fotos von Allen, einmal in der Backstube und einmal privat. Er lebt sei 1991 in Deutschland, ist Betriebswirt bei Moss und sagt: „Integration geht über Bildung.Das geht mit einem vernünftigen Schulabschluss.“

Und an seiner Heimat Kroatien vermisse er nur das Cevapcici, sagt er. Sowohl die Bäckerei Moss als auch das CMS Pflegewohnstift in Laurensberg arbeiten mit Personal aus vielen Ländern und haben damit offensichtlich sehr gute Erfahrungen gemacht. Dass die Schüler bei dem Wettbewerb einen Blick hinter die Kulissen werfen konnten, halten alle Beteiligten für eine großartige Sache. Allerdings nutzen laut Christoph Merschhemke, „KURS“-Zentralbüro, nur sehr wenige Schüler diese Chance. Nur zehn Schulen hätten an dem Wettbewerb teilgenommen.

Die Begeisterung der Schüler der Heinrich-Heine-Gesamtschule dagegen dauert an. Sie erkundigten sich bei der Preisvergabe in der Schulbibliothek gleich nach dem neuen Thema. Das allerdings steht noch nicht fest. Bevor die jungen Leute sich auf den Weg zum Pflegewohnstift und zur Bäckerei Moss machten, holten sie sich Hilfe beim Fotoclub 2000 aus Richterich. Hier lernten sie, wie man gute Porträts macht, und bekamen sogar die entsprechenden Kameras als Leihgabe. Mit ihnen zu fotografieren sei schon etwas anderes, als mit dem Handy ein schnelles Foto zu schießen, räumten sie ein.

Arbeitswelt ins Klassenzimmer

„KURS“ ist eine Initiative der Industrie- und Handelskammern Aachen, Köln und Bonn/Rhein-Sieg sowie der Handwerkskammer Köln und der Kölner Bezirksregierung. Sie hat das Ziel, Wirtschaft und Arbeitswelt ins Klassenzimmer zu holen. Und das sei bei diesem jüngsten Wettbewerb in hervorragender Weise gelungen, meinte Merschhemke. Auch weiterhin sollen sich die Themen der jeweiligen Wettbewerbe an relevanten gesellschaftlichen Fragen orientieren. Schulleiter Hartwig Hillebrand und sein Stellvertreter Leo Gielkens jedenfalls sind stolz auf ihre Schüler. Die bekamen eine Urkunde, einen kleinen Geldbetrag und ganz unerwartet eine Einladung zu einem „gesunden Frühstück“ in der Bäckerei Moss.