Aachen: Mülltonnen sollen sieben Wochen stehenbleiben

Aachen : Mülltonnen sollen sieben Wochen stehenbleiben

Beim Blick auf den neuen Abfallkalender wanderten die Augenbrauen einiger Anwohner sicherlich erstaunt nach oben: Zwischen der Leerung von Restmülltonnen mit weißem Deckel sollten auf einigen Touren in den Abholbezirken Aachens auf einmal sieben Wochen vergehen statt der bisher üblichen vier.

Und das über die Feiertage, die landläufig kaum als besonders müllarm bekannt sind — eher im Gegenteil. Den Stadtbetrieb haben mittlerweile erste Anfragen erreicht, in denen sich Bürger besorgt nach dem geplanten Verbleib ihres Abfalls erkundigten.

In Aachen gibt es insgesamt 32.445 Mülltonnen mit weißem Deckel. Wie viele von ihnen von dem ausgedehnten Rhythmus betroffen seien, könne man nicht genau sagen, erklärte Björn Gürtler vom städtischen Presseamt — es handele sich wahrscheinlich um mehrere Tausend.

Organisatorische Gründe seien es, die in einigen Bezirken kurzzeitig zu einem veränderten Leerungsrhythmus führen, erklärt das Presseamt. Was dahinter steckt? Nachwehen der neuausgerichteten Abfallwirtschaft. Die war zu Beginn des Jahres umgekrempelt worden, es gab neue Tonnengrößen, Abfuhrrhythmen wurden geändert, die Gebühren stiegen und ein Mindestvolumen für Restabfallbehälter wurde eingeführt.

Orientiert hatte die Stadt sich an einer Kalkulation, wie viele Behälter welcher Größe und welche Leerungsintervalle gebraucht würden. In der Folge gab es an einigen Stellen weniger Touren. Über den Fall Biotonne etwa gab es eine öffentliche Diskussion, weil deren neue zweiwöchentliche Leerung im Sommer bei entsprechend hohen Temperaturen zu unangenehmen Nebeneffekten — Schmodder und Insekten in den Tonnen etwa — führte. Darüber hinaus sorgte die Neustrukturierung für den Wegfall oder die Zusammenlegung von Fahrten.

In der Folge müssten nun einige Touren neu geplant werden, erklärte Björn Gürtler aus dem städtischen Presseamt auf Nachfrage. Dabei solle auch berücksichtigt werden, dass gewohnte Leerungstage — in Eilendorf der Montag etwa — erhalten bleiben.

Das „Institut für Abfall, Abwasser und Infrastrukturmanagement“ (INFA) hatte die Neuausrichtung untersucht und sieht darin eine deutlich positive Entwicklung. Bei der Tourenplanung für das kommende Jahr sollten freigewordene Logistik-Potenziale genutzt werden. Die Stadt hofft unter anderem, mit der Neuausrichtung Geld einzusparen.

Um in der besinnlichen Zeit und zum Start des neuen Jahres Abhilfe zu schaffen, hat die Stadtverwaltung sich zwei Maßnahmen überlegt: Tonnen mit weißem Deckel und blaue Säcke. Die Tonne mit weißem Deckel, in der Restmüll alle vier Wochen abgeholt wird, darf ausnahmsweise zu Beginn des kommenden Jahres gemeinsam mit der Restmülltonne mit rotem Deckel, die zweiwöchentlich geleert wird, an die Straße gestellt werden und wird mitgeleert.

Alternativ darf der Müll auch gerne noch etwas gesammelt werden und dann — wenn die nächste reguläre Leerung der weiß bedeckelten Restmülltonne ansteht — in handelsübliche blaue Müllsäcke gestopft und mit rausgestellt werden.

In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es: „Von Februar 2018 an wird der Stadtbetrieb die Müllgefäße mit weißem Deckel wieder wie gewohnt im vierwöchentlichen Rhythmus leeren.“

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