Aachen: Müll bald 15 Prozent teurer?

Aachen: Müll bald 15 Prozent teurer?

Der Rat hat in seiner jüngsten Sitzung eine Resolution verabschiedet, mit der er sich vehement gegen den von der Landesregierung vorgelegten Entwurf eines neuen Abfallwirtschaftsplans ausspricht.

Jetzt hat auch der Betriebsausschuss für den Aachener Stadtbetrieb die Ideen verurteilt. Bemängelt wird vor allem die geplante Abschaffung der Benutzungspflicht für bestimmte Müllverbrennungs- und -behandlungsanlagen.

Befürchtet werden deswegen ein Wettbewerb zwischen den verschiedenen Entsorgern mit ruinösem Preiskampf auf Kosten von Umweltstandards und ein neuer Mülltourismus. Die Zustände beim Hausmüll wären dann ähnlich wie beim Gewerbemüll.

Zurzeit regelt eine Verordnung unter anderem die Zugehörigkeit des Kreises Heinsberg zum „Entsorgungsgebiet West”. Der Hausmüll aus Heinsberg muss demnach zur MVA Weisweiler gebracht werden, 40\.000 bis 50\.000 Tonnen pro Jahr. Der neue Abfallwirtschaftsplan würde dies hinfällig machen, der Kreis Heinsberg könnte eine viel weiter entfernt liegende, billigere Entsorgungsmöglichkeit nutzen.

Diese Einnahmeausfälle in Höhe von voraussichtlich etwa fünf Millionen Euro hätten die Gebührenzahler im Bereich des Zweckverbandes Entsorgungsregion West (ZEW) zu tragen, der die MVA betreibt. Dazu gehören die Bürger der Städteregion Aachen (Stadt und Kreis Aachen) und des Kreises Düren. Im Bereich der Stadt Aachen rechnet man mit einer Gebührensteigerung von bis zu 15 Prozent im Abfallbereich.

„Durch den jetzt vorgelegten Landesabfallplan würden diejenigen Kommunen belohnt, die in der Vergangenheit untätig geblieben sind. Hingegen werden die Kommunen, die Anfang der 90er Jahre zum Bau von teuren Müllverbrennungsanlagen gezwungen wurden - obwohl es damals bereits berechtigte Kritik an der Überdimensionierung gab - jetzt belastet und zur drastischen Erhöhung der Müllgebühren gezwungen sein”, heißt es in einer Resolution der Gesellschafter und des Aufsichtsrates der AWA Entsorgungs GmbH, Eschweiler, an die Landesregierung, der sich der Rat angeschlossen hatte. Die Unterzeichner fordern die Landesregierung auf, die Planungs- und Investitionssicherheit für die MVA Weisweiler sicherzustellen.

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