Aachen: Mronz: Olympia ist große Chance für die Region

Aachen : Mronz: Olympia ist große Chance für die Region

Wenn auf deutschen Bildschirmen sportlich gerade kein Fußball läuft, ist die Chance groß, dass stattdessen über Reitsport berichtet wird. Diese Aufmerksamkeit ist auch ein Verdienst von Michael Mronz, der als Sportmanager seit 20 Jahren für die Vermarktung des CHIO verantwortlich ist. Als Gast beim dritten Industrie-Dialog sprach er im Krönungssaal des Rathauses über die Gemeinsamkeiten von Sport und Wirtschaft.

In einer Zeit des gesellschaftlichen und technischen Wandels wie derzeit sei es wichtig, eine Balance zwischen Neuem und Altbewährtem zu finden, so Mronz. Das gelte auch für ein Sportereignis wie den CHIO und den seit über einem Jahrhundert existierenden Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV). „Natürlich kann man beim ALRV auf viel Tradition aufbauen. Das hilft aber nur, wenn man gleichzeitig innovativ ist und sich stetig weiterentwickeln kann“, sagte er.

So habe man sich etwa gegen den internationalen Trend und für den grünen Rasen beim Springreiten entschieden, statt — wie andere — auf Sand zu setzen. Hingegen müsse noch mehr das Verständnis für den komplexen Reitsport geschaffen werden, damit sich mehr Zuschauer dafür begeistern könnten, betonte Mronz.

Er warb zudem für die Bewerbung der Region Rhein-Ruhr als Austragungsort der Olympischen Spiele 2032. In diesem Umfeld mit seinen rund zehn Millionen Einwohnern und den bereits vorhandenen Sportstätten seien solche Spiele eine große Chance, sich auch als wirtschaftlich innovative Region zu präsentieren. „Es ist aber entscheidend, dass die Bevölkerung dabei mitgenommen wird. Weil dies bislang eben nicht geschehen ist, sind die letzten fünf deutschen Bewerbungen für Olympische Spiele alle gescheitert.“

Eine, die Olympia schon erlebt hat, war ebenfalls im Krönungssaal: die Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Dressurreiten, Nadine Capellmann. Nicht zuletzt ihre Erfolge haben dem Reitsport jene Aufmerksamkeit. Ihre eigene berufliche Zukunft ließ sie hingegen im Gespräch mit Moderator Robert Esser noch im Ungewissen: Trainerin für die deutsche Turniermannschaft zu werden, könne sie sich derzeit nicht vorstellen; höchstens für ihre eigene Tochter.

Die mittlerweile dritte Auflage des Industrie-Dialogs geht auf eine Initiative der produzierenden und verarbeitenden Unternehmen in der Region zurück und wird sowohl von der Städteregion als auch von der Stadt Aachen unterstützt. Oberbürgermeister Marcel Philipp jedenfalls zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung.

Der Industrie-Dialog habe eine lebendige Eigendynamik erreicht, aus dem immer wieder neue Impulse und Ideen kämen, um noch besser auf die regionalen Betriebe aufmerksam zu machen. An diesem Abend ist dies zumindest gelungen, haben Reitsport und die Industrieunternehmen doch ein gemeinsames Interesse: im Gespräch zu bleiben.

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