Aachen/Berlin: „Mr. Oecher Schängchen“ trifft die Kanzlerin in Berlin

Aachen/Berlin : „Mr. Oecher Schängchen“ trifft die Kanzlerin in Berlin

Der Aachener Prinz Mike I. (Foellmer) legt viel Wert auf Teamgeist, er sieht sich selbst als Teil einer „geilen Truppe“, wie er selbst sagt. Insofern dürfte er kein Problem damit gehabt haben, dass ihm ausgerechnet beim Empfang bei der Bundeskanzlerin am Dienstagmittag in Berlin sein Schang die Show stiehlt.

Dabei ist es gar nicht Bernd Steinbrecher selbst, der in Mikes Hofstaat die Rolle der Stockpuppenträgers übernommen hat, sondern die Puppe selbst, die die Kanzlerin begeistert.

„Sehen Sie, Frau Bundeskanzlerin, so funktioniert die Raute“: Bernd Steinbrecher zeigt Angela Merkel beim Empfang im Kanzleramt, was das Schängchen alles drauf hat. Um nach Berlin zu kommen, haben die Öcher Jecken sogar ein eigenes Ticket für „Mr. Oecher Schaengchen“ (kleines Bild) kaufen müssen. Foto: dpa/Frank Prömpeler

Denn Angela Merkel zeigte sich höchst interessiert am Öcher Schängchen, wie Frank Prömpeler den „Nachrichten“ aus Berlin am Telefon erzählt. „Sie fragte nach, was das denn für ein nettes Kerlchen sei, welche Geschichte er hat und welche Rolle er in Aachen spielt“, berichtet der Präsident des Festausschusses Aachener Karneval (AAK), der die achtköpfige Öcher Delegation im Bundeskanzleramt anführte.

Merkel habe sogar versprochen, sich in die Geschichte des Schängchen einlesen zu wollen, sagt Prömpeler. „Und zum Schluss hat unser Schang der Kanzlerin sogar noch die Kanzlerraute gezeigt, was sie sehr gefreut hat.“

Dabei wäre die Bundeskanzlerin fast um diese Freude gebracht worden, denn das Schängchen wäre beinahe gar nicht mitgeflogen nach Berlin. Als nämlich Bernd Steinbrecher am Dienstagabend seine — mit Stock — fast 1,80 Meter große Puppe am Flughafen als Handgepäck aufgeben wollte, stellte sich die Fluggesellschaft Eurowings Europa quer.

„Der Öcher Schäng ging beim Einchecken nicht als Handgepäck oder als Gepäck durch“, erzählt Prömpeler. „Er brauchte ein eigenes Ticket und extra Sitz mit extra Kosten, die richtig happig waren, nämlich 660 Euro für Hin- und Rückflug.“ Die Fluggesellschaft ist für Prömpeler damit der „erste Anwärter auf den Orden Pour Le Malheur“, wie er augenzwinkernd berichtet.

Doch die Posse ging noch weiter. „Denn unser Schäng flog als Mr. Oecher Schängchen mit. Er wurde sogar ausgerufen.“ Aber einen eigenen Sitzplatz habe er im Flieger dann doch nicht bekommen. „Da der Platz doppelt verkauft wurde, wurde Schang kurzerhand vom Kabinenpersonal ins Handgepäckfach verstaut, wo er ja auch von Anfang an hin sollte.“

Inzwischen aber habe sich die Fluggesellschaft bei ihm gemeldet“, berichtet Prömpeler. „Sie entschuldigen sich für die Unannehmlichkeiten und wollen die Sache nun klären.“

Vom Empfang bei der Bundeskanzlerin, wozu der Bund Deutscher Karneval (BDK) den Aachener Prinzen als Vertreter Nordrhein-Westfalens eingeladen hat, ist die Delegation mit Prömpeler, Nicole Hess und Marcel Meis vom AAK sowie Prinz Mike I. und Schang Steinbrecher, Zahlmeister Peter Brust, Rittmeister Michael Winkens und Hofmarschall Thomas Jägerberg aber begeistert. „Hier waren rund 250 Karnevalisten aus allen 16 Bundesländern dabei“, so Prömpeler, „und wir Aachener waren erstmals im Berliner Kanzleramt dabei.“

Der BDK habe mit der Einladung auch die Leistungen des AAK würdigen wollen, sagt der Vorsitzende stolz, bevor es nach einem Empfang in der Berliner NRW-Landesvertretung am Mittwochabend wieder in die Heimat ging. Mit dem Flugzeug. Und mit dem Öcher Schängche.

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