Aachen: Moschee wird mit reichlich Verspätung eröffnet

Aachen : Moschee wird mit reichlich Verspätung eröffnet

Es hat ein bisschen länger gedauert. „Eigentlich hatten wir gedacht, wir würden den Moschee-Neubau in drei Jahren schaffen“, sagt Abdurrahman Kol, Vorsitzender der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde Aachen. Daraus sind dann sieben Jahre geworden, aber nun ist die Yunus-Emre-Moschee an der Stolberger Straße endlich fertig.

Offiziell eröffnet wird sie am 12. Mai, aber schon in der Woche davor beginnen die Feierlichkeiten.

„Wir wollen viele deutsche Freunde hier begrüßen“, sagt Kol. Ihnen möchte man manches erklären. Zum Beispiel den Namen: „Yunus Emre ist für Türken ein Begriff“, sagt Kol, den Öchern möchte er den Volksdichter, nach dem die Moschee benannt ist, näher bekannt machen. Dazu dient etwa ein Vortrag am 5. Mai um 16.30 Uhr, aber auch ein Benefizkonzert am 6. Mai ab 17.30 Uhr in der Aula des benachbarten Geschwister-Scholl-Gymnasiums, bei dem Werke von Yunus Emre im Mittelpunkt stehen.

Und natürlich sollen die Aachener die Moschee kennenlernen. Mit ihrer sieben Meter hoch aufragenden Glaskuppel biete sie eine eindrucksvolle Silhouette, meint Kol. Der ganze Bau sei 18 Meter hoch und werde überragt von dem 40 Meter hohen Minarett. Andernorts in Deutschland dürften solche Türme nur 20 Meter in den Himmel ragen, aber an der Stolberger Straße sei das alles mit dem Planungsamt abgestimmt worden, erklärt der Gemeindevorsitzende. „Wir sind froh, dass wir in Aachen solche Probleme nicht haben.“

Rund 8,5 Millionen Euro hat sich die Ditib den Bau ihres Gemeindezentrums kosten lassen. Bekommen hat sie dafür nicht nur einen beeindruckenden Gebetsraum, sondern daneben unter anderem auch eine Bibliothek, einen Seminarraum, Klassenräume für die praktische Glaubenslehre, eine Küche und nicht zuletzt zwölf Wohnungen im zweiten Obergeschoss. „Die sind vermietet“, erläutert Kol, „die Gemeinde muss sich selbst tragen.“ Deshalb wurde der Neubau auch komplett mit Spenden finanziert. Einige gaben Geld, andere halfen der Gemeinde mit Arbeitsleistungen. So hätten Unternehmen etwa nur zum Selbstkostenpreis gearbeitet. Ihr normales Geschäft habe für die Firmen natürlich Vorrang gehabt, sagt Kol, die Arbeiten an der Moschee hätten dann warten müssen. Nicht zuletzt deshalb seien aus den drei Jahren am Ende sieben geworden.

Was in dieser Zeit geschaffen wurde, können Besucher bei mehreren Moschee-Führungen besichtigen. Es gibt sie am 4., 7., 9. und 10 Mai, zudem sind am 8. Mai Führungen für Gruppen geplant (9 bis 15 Uhr), am Abend ab 19 Uhr folgt dann eine Podiumsdiskussion über die Funktion der islamischen Gemeinden in unserer Gesellschaft.

Die offizielle Eröffnung mit Ministerpräsident Armin Laschet und viel Prominenz steigt am 12. Mai auf dem Moschee-Vorplatz.

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