Aachen: Mosambik-Aktion: Aachener Helfer brauchen selber Hilfe

Aachen: Mosambik-Aktion: Aachener Helfer brauchen selber Hilfe

Unbeachtet von den hiesigen Medien ist es in Mosambik zu schweren Unruhen mit bewaffneten Auseinandersetzungen ehemaliger Bürgerkriegsparteien gekommen. Die Kämpfe zwischen der Rebellenarmee Renamo und der Regierungspartei Frelimo finden vor allem in der Hafenstadt Beira in der Provinz Sofala statt. Hier unterstützt ein Aachener Förderkreis seit über 15 Jahren die zweitgrößte Kinderklinik des Landes.

„ Die Bevölkerung ist gelähmt in Angst und Schrecken“, beschreibt Dr. Jan Salzmann, Vorstand des Fördervereins und bei Ausbruch des Konfliktes zufällig in Beira, die Situation vor Ort. „Die Menschen trauen sich kaum aus dem Haus, es gab Entführungen und Morde, es wurde sogar im direkten Umfeld des Krankenhauses und Waisenheims geschossen.“

Auch die Arbeit der Kinderklinik wird durch die Kämpfe beeinträchtigt. Seit 1998 arbeiten die Aachener Kinderärzte Dr. Annett Pfeiffer und Dr. Konrad Steidel im afrikanischen Mosambik in der zweitgrößten Kinderklinik des Landes. Unterstützt werden die Entwicklungshelfer von dem Förderverein Kinderklinik Beira, der mit Hilfe von Spenden aus der Aachener Bevölkerung medizinische Geräte, Medikamente, Fortbildungen und Umbaumaßnahmen finanziert.

Nach der Anschaffung von leistungsstarken Ultraschallgeräten können Herzfehler bei Kindern mittlerweile erkannt werden, die Möglichkeit einer — oft lebensrettenden — Herzoperation gibt es nur in der Hauptstadt Maputo.

Straßen sind unsicher

Der Transport dorthin wird nicht vom Gesundheitssystem getragen, was dazu führte, dass die meisten Kinder mit komplexen Herzfehlern in Beira starben, da die Familien den Transfer nach Maputo nicht bezahlen konnten.

Seit einigen Jahren finanziert der Förderverein die Transporte, so dass schon über 100 Kinder operiert werden konnten. „Da nun die Straßen unsicher sind, gibt es nicht mehr die Möglichkeit eines Landtransportes. Die Kinder müssen in die Hauptstadt geflogen werden, was erhebliche Mehrkosten verursacht“, erläutert Marika Marliani vom Förderverein. „Somit bitten wir um Spenden, um trotz der Kämpfe den Kindern Herzoperationen zu ermöglichen.“

Durch den direkten Kontakt zu den Aachener Kinderärzten, die vormals im Uniklinikum Aachen tätig waren, kann garantiert werden, dass das gespendete Geld in vollem Umfang dort ankommt, wo es dringend benötigt wird. Spenden sind steuerlich abzugsfähig, da der Verein als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt ist.

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