Aachen: Morgens um 8 sind die Ladies da

Aachen: Morgens um 8 sind die Ladies da

Okay, es gibt für Sport-Profis, die gerade unter Höchstbelastung trainieren, weil etwas ganz Großes ansteht, günstigere Termine. Morgens um 8 Uhr, Inda-Gymnasium, Karolina Bednarova und Julia van den Berghen nehmen es mit Humor.

Um dann nach zwei Schulstunden in der Sporthalle hellwach und bestens gelaunt zu bilanzieren: „Das hat richtig Spaß gemacht, die Schüler waren klasse!“

So machen es die Profis: Karolina Bednarova zeigt die perfekte Annahme. Die Schüler schauen zu. Foto: Andreas Steindl

Die „Ladies in Black“ sind derzeit der Hit im Aachener Sport, die Bundesliga-Volleyballerinnen stehen vor dem ersten Spiel in den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft. Die Viertelfinal-Partie gegen den SC Schwerin, immerhin der amtierende Deutsche Meister, wird am Samstag um 19 Uhr die Halle an der Neuköllner Straße wieder zum Kochen bringen. Ausverkauft, Riesenstimmung, Emotionen pur. Das wissen auch die Schülerinnen und Schüler der Q1, die man früher weniger elegant elfte Klasse nannte, und ihr Sportlehrer Hans-Peter Rip. Der freundliche Übungsleiter gibt freimütig zu, dass er vor Aufregung kaum schlafen konnte, und die Schüler haben sich auch auf die beiden Ladies gefreut, die sie nun zum Aufwärmen durch die Sporthalle scheuchen. Es wird nicht nur locker geplaudert, es wird gebaggert, gepritscht — und gelacht.

Die mitreißende Idee hinter dem Besuch der Sportstars in der Schule stammt vom Hauptsponsor der Ladies, der Stawag. „Wir möchten nicht nur Spitzensport ermöglichen“, sagt die Sprecherin des Hauses, Eva Wußing, „wir möchten auch junge Leute für den dynamischen und fairen Mannschaftssport Volleyball begeistern.“ Und das gelingt an diesem Morgen.

Die Bälle — im übrigen auch ein Geschenk des Sponsors — fliegen durch die Halle, Bednarova und van den Berghen zeigen gerne, was gewünscht ist, saubere Annahme, das sichere Zuspiel — und die Schülerinnen und Schüler lassen sich nicht zweimal bitten. Maximilian Wlock, ein sportlicher junger Mann, steht etwas wehmütig am Rand und schaut zu. „Ich bin krank und darf nicht mitmachen“, kleine Pause, „und das ist heute mal richtig schade.“ Julia Bergert ist dabei. Sie hat Julia van den Berghen als Trainingspartnerin und lobt in einer kurzen Pause das pä-dagogische Geschick der jungen Profi-Volleyballerin: „Sie bringt super rüber, wie ich es besser machen kann.“ Das Lob kommt prompt zurück, Julia über Julia: „Was sie jetzt schon in den paar Minuten gelernt hat, ist toll.“

So verfliegt die Doppelstunde Volleyball. Lehrer Rip ist begeistert, lobt seine Schüler für so viel Einsatz, schwärmt von der Komplexität des Volleyball-Sports — und verspricht am Ende mit seinen Schülern, den Ladies für die Playoffs feste die Daumen zu drücken.