Aachen: Mord an Unternehmerin: In der Familie herrscht große Bestürzung

Aachen: Mord an Unternehmerin: In der Familie herrscht große Bestürzung

Hüseyin C. ist der Neffe des wegen Mordes an einer 72-jährigen Unternehmerin aus Haaren angeklagten Ali C. (45). Die Zeugenaussage des 24-jährigen Anlagen- und Maschinenbauers könnte wichtig werden.

Denn der 24-Jährige schilderte zum ersten Mal in diesem seit sieben Verhandlungstagen geführten Mordprozess vor dem Aachener Schwurgericht, welche Person dort vor den Richtern sitz. Ali C. selbst beteuerte über seine Anwälte seine Unschuld, gab selber noch keine Erklärung ab.

Die Familie C. hatte ganz in der Nähe für ihre Unternehmungen von der am 12. April in ihrem Haus getöteten Geschäftsfrau eine Gewerbeimmobilie gemietet, die sie zwischenzeitlich wegen einer Betriebsaufgabe wieder an die Vermieterin zurückgegeben hatte. Es stimme, erklärte Hüseyin C., dass die Immobilie durch einen dort gehaltenen Hund in einen unansehnlichen, chaotischen Zustand versetzt worden war. Doch man habe mit der Vermieterin alles geregelt, die Sache sei völlig aus der Welt geschafft worden. Die Vermietung hatte immer wieder eine Rolle gespielt, weil es zunächst hieß, Ali C. habe Mietrückstände bei der Getöteten gehabt. Das stimmte nicht, denn er hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft 1000 Euro sogenannte Spielschulden bei dem Opfer.

Der Neffe hatte davon, wie er am Dienstag berichtete, zum ersten Mal etwa eine Woche vor der Tat gehört. Da habe Frau S. angerufen und nach der Handynummer seines Onkels gefragt.

Warum, wollte der Neffe wissen. Ja, sagte sie, Ali C. habe noch 1000 Euro Schulden bei ihr. Und sie habe sich Sorgen um Ali C. gemacht, weil irgendwelche fremden Leute ihn angeblich suchten. Für Hüseyin C. war die Nachricht, einer aus der Familie habe Schulden bei der angesehenen Frau, äußerst peinlich.

Ein Witz?

„Was sind 1000 Euro in der Familie? Er hätte sie sofort von uns bekommen können”, stellte der Neffe dar. Sein Onkel sei äußerst beliebt bei allen gewesen. Keiner unter ihnen wolle glauben, dass er so etwas getan habe. Er selbst sei jahrelang mit dem Onkel auf Montage gefahren, rein gar nichts war zu beanstanden. Spielsüchtig, wie es hieß, ein Witz für ihn. Nur mit Beziehungen zu Frauen sei er zu großzügig umgegangen, meinte der junge Mann. Doch für die Kinder habe er vorbildlich gesorgt. „Wir waren eine glückliche Familie”, meinte Hüseyin C., sein Onkel sei ein guter Mensch.

Der Prozess geht Dienstag weiter.

Mehr von Aachener Nachrichten