Monschau: KuK zeigt Werke des Fotografen Max Scheler

Fotoausstellung im Monschauer KuK : Feines Gespür für den politischen Alltag

Im Kunst-und Kulturzentrum in Monschau sind noch bis zum 16. Dezember 130 Fotos von Max Scheler zu sehen. Scheler ist einer der renommiertesten deutschen Nachkriegsfotografen.

Mit der fünften und für das Jahr 2018 zugleich abschließenden Fotoausstellung setzt das Kunst- und Kulturzentrum (KuK) in Monschau noch einmal ein Ausrufezeichen bei der Präsentation von international bedeutsamer Fotografie. Bis zum 16. Dezember sind in den Ausstellungsräumen am Rur­ufer in der historischen Monschauer Altstadt 130 Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Max Scheler zu sehen.

Unter dem Titel „Von Konrad A. bis Jackie O.“ ist erstmals ein repräsentativer Querschnitt von Aufnahmen des renommierten Fotojournalisten zu sehen, der 2003 im Alter von 75 Jahren starb. Max Scheler, der Sohn des gleichnamigen einflussreichen deutschen Philosophen, gehört zu den bedeutendsten deutschen Nachkriegsfotografen. Er war unter anderem viele Jahre exklusiv für das Magazin Stern in der ganzen Welt unterwegs und später Mitgründer des Magazins „Geo“.

Die zwischen 1950 und 1975 entstandenen Aufnahmen zeigen neben präziser und einfühlsamer fotografischer Reportagekunst ein bestechendes und unverfälschtes Zeitporträt der jüngeren Geschichte – in Deutschland und weltweit. Die Bilder sind weder reißerisch noch inszeniert. Sie sind ein mit feinem Gespür für den gesellschaftlichen und politischen Alltag der jeweiligen Epoche gezeichnetes Spiegelbild der Realität. Max Scheler verfügte über den sicheren Blick für den besonderen Moment und eine ausgeprägte Sensibilität für die Bedeutung des Augenblicks. Die so entstandenen Aufnahmen lassen den Betrachter nicht nur staunen, sondern berühren ihn emotional. Besonders den politischen Größen der Nachkriegszeit war der Fotograf ganz nah.

Mitnehmen von der starken Bildsprache Schelers ließen sich die rund 70 Gäste bei der Vernissage im KuK. Hier gehörte die Aufmerksamkeit aber zunächst Helmut Etschenberg, dem am Ende des Jahres aus dem Dienst ausscheidenden Städteregionsrat und konsequenten Förderer des Monschauer Kulturzentrums. Der 71-Jährige erinnerte an die Entstehungs- und Erfolgsgeschichte des KuK seit dem Jahr 2002 und an den weiteren Weg zum inzwischen vielbeachteten Ausstellungszentrum für international bedeutsame Fotografie. Er hoffe, dass auch sein Nachfolger im Amt im Sinne der Kulturförderung den Stellenwert des KuK zu schätzen wisse.

„Die besonderen Momente festzuhalten, ist das Wesen der Fotos von Max Scheler“, sagte Etschenberg zur Ausstellungseröffnung, und die politische Aussagekraft mancher Aufnahme lasse sich direkt auf die heutige Zeit übertragen. Bevor Etschenberg demnächst als Ausstellungsgast ins KuK zurückkehrt, rückte er noch einmal die engagierte Arbeit von KuK-Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier in den Blickpunkt: „Ohne sie gäbe es dieses Haus nicht“, sagte Etschenberg, der anschließend selbst einen emotionalen Moment erlebte, als er aus der Hand der Kuk-Leiterin ein Originalfoto von Max Scheler erhielt, das den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy mit Ehefrau Jackie zeigt.

Tiefe und authentische Einblicke in das Leben und Schaffen von Max Scheler gab es anschließend bei einer von Chefredakteur Thomas Thelen (Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten) moderierten Gesprächsrunde mit Peer-Olaf Richter, dem Direktor des Max-Scheler-Nachlasses, und Mika-Helfmeier. Richter, der dem Fotografen 1988 erstmals persönlich begegnete, wusste zu berichten, dass Max Scheler ein großzügiger Mensch gewesen sei, „der nicht ein Foto um jeden Preis machte“, dafür aber ein sicheres Gespür „für die großen Momente der Zeitgeschichte“ besessen habe.

30 000 Besucher im KuK

„Der Erfolg des KuK spricht für sich“, meinte Nina Mika-Helfmeier abschließend. Rund 30.000 Besucher erwarte das Haus bis Ende des Jahres.

Nun richtet sich der Blick bereits auf das kommende Jahr. Am 17. Februar startet das Ausstellungsprogramm 2019 mit weiteren großen Momenten der Fotografie.

(P.St.)
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