Aachen: Möbelhaus Grossmann wird verkauft

Aachen: Möbelhaus Grossmann wird verkauft

Eine wegen ihrer Größe und Lage seltene Innenstadt-Immobilie wird verkauft: das Möbelhaus Grossmann.

Das rund 1700 Quadratmeter große nahezu rechteckige Grundstück liegt zwischen Kleinköln- und Antoniusstraße. Ein Stück Innenstadt mit großer Geschichte. Denn wo heute Möbel verkauft werden, stand früher ein Patrizierhaus, das sowohl in den Annalen Prominenter, als auch diversen Geschichtswerken zu finden ist.

Erwähnt seit 1485, wurde es im 18. Jahrhundert im Auftrag von Schöffenbürgermeister von Cortenbach von Mefferdatis umgebaut. Der „Cour de Londre”, der Londoner Hof, beherbergte während der französischen Zeit Aachens die Präfektur, dann die preußische Regierung.

1922 zog der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund in das Gebäude. Nicht ohne Stolz berichten die heutigen Eigentümer, Gert, Hermann und Petertheo Grossmann, dass schon Casanova und selbst Napoleon im „Cour de Londre” wohnten.

Die drei stehen für eine andere lange Aachener Geschichte, die sich mit der des Grundstücks 1940 traf. Damals nämlich kaufte die Familie Grossmann das Haus.

Ihr auf verschiedene Standorte verteiltes und damals schon 97 Jahre altes Möbel- und Ausstattungsunternehmen fand dort einen Firmensitz, an dem Werkstätten, Ausstellung und Verkauf zusammengefasst werden konnten. 1943 wurde das Gebäude fast vollständig durch Bomben zerstört.

Aber schon im Dezember 1944, als Aachen befreit, der Krieg weiter im Osten des Reiches aber noch nicht beendet war, begann der Wiederaufbau. Das heutige Gebäude gewann Gestalt. Zuletzt 1966, als der zentrale Glaspavillon fertig gestellt wurde.

Heute gibt es 1900 Quadratmeter Ausstellungs- und Verkaufsfläche und je rund 600 Quadratmeter als Lager- und Wohnbereiche. „Dass wir unsere Immobilie trotz gut laufender Geschäfte verkaufen wollen, geschieht mit Blick auf die Zukunft”, sagen die drei Urenkel des Firmengründers.„Es ist uns wichtig, rechtzeitig einen Käufer zu finden, der an dieser doch besonderen Stelle zu einer Lösung kommt, die dem Grundstück und der Stadt gut zu Gesicht steht.”

Und da denken die Grossmanns zum Beispiel an eine spätere Kaufhauslösung. „Wir sehen uns als Aachener Unternehmen in der Pflicht, frühzeitig Weichen auch für die Stadt zu stellen.” Aus derselben Überzeugung habe man auch eine Aachener Bank und kein auswärtiges Unternehmen mit der Vermarktung betraut.

Auf eines aber legen die Grossmanns Wert: „Der Verkauf der Immobilie ist ein Schritt in die Zukunft - wir sind alle drei nicht mehr jung. Eine ganz andere Sache sind Betrieb und Verkauf in unserem Möbelhaus. Da stehen wir unseren Kunden weiter uneingeschränkt zur Verfügung.”

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