Aachen: Modernste Laborräume zum Experimentieren

Aachen: Modernste Laborräume zum Experimentieren

Gute Nachrichten gibt‘s über den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) zur Zeit nur selten. Zeit- und Kostenrahmen werden immer mal wieder gesprengt, allein in Aachen geht es an zwei Baustellen — dem Mobilitätszentrum der FH und dem Hörsaalzentrum der RWTH — gar nicht vorwärts. Anders sieht es am Landoltweg aus.

Im Schatten der RWTH-Gebäude für den Fachbereich Chemie ist auf der Hörn ein völlig neues Laborgebäude, das Chemiepraktikum (CPA), entstanden. Und zwar ziemlich fix — Baubeginn Sommer 2012 — und obendrein für die angesetzten 12,5 Millionen Euro, wie RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg am Montag bei der offiziellen Eröffnung betonte.

Wer auf der Turmstraße in Richtung Vaals fährt oder läuft, sieht das sechsgeschossige Laborzentrum hoch hinaus ragen. Foto: Ralf Roeger

Neben ihm waren zahlreiche Vertreter von Stadt, Land, Hochschule und BLB gekommen, um den nigelnagelneuen Laborbau gebührend zu feiern. Denn: Was sich im Inneren befindet, befördere die RWTH einmal mehr in die erste Liga, erklärt Professor Carsten Bolm vom Fachbereich Chemie: „Unsere Chemiker, Natur- und Ingenieurswissenschaftler können jetzt auf ganz hohem Niveau ausgebildet werden.“

3700 hochmoderne Quadratmeter

Geschehen wird das ab dem 1. April auf hochmodernen 3700 Quadratmetern — davon 1500 Quadratmeter Laborfläche — auf sechs Geschossen mit acht Praktikumslaborbereichen, einem Technikgeschoss sowie Sanitär- und Funktionsräumen.

Das ganz Besondere: die 160 sogenannten Digestorien, professionelle Arbeitsplätzen, an denen mit Chemikalien sicher und geruchsfrei gearbeitet werden kann. „Die funktionieren wie eine Art Abzugshaube in der Küche, die Forschenden werden keinen Gasen ausgesetzt“, erklärt Bolm.

Mehr Forschungsplätze und eine bessere Abzugskapazität in den Räumen, all das soll die Chemie in Aachen nun weiter nach vorne bringen. Allein aus dem direkten Fachgebieten werden das neue Labor mehr als 1000 Studierenden nutzen, hinzu kommen Fachfremde — Biologen, Mediziner, Maschinenbauer — die Chemie im Nebenfach haben. Auch an Menschen mit Behinderung ist gedacht: zwei Plätze haben eine höhenverstellbaren Abzugsbereich.

Die Gelder für das CPA kommen aus einem Hochschulsonderprogramm des Landes, das den Unis hilft, sich auf den Abiturienten-Zuwachs durch G8 vorzubereiten. Schon jetzt studieren an der RWTH 40 000 junge Leute, Tendenz steigend. Auch im Fachbereich Chemie wird es immer enger. Deshalb wurde es laut Professor Stefan Kowalewski, Dekan der Fakultät Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften, dringend Zeit für das neue Labor.

Das alte von 1953 sei längst nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik gewesen. Entworfen hat das CPA am Landoltweg das Kölner Architektenbüro „kister scheithauer gross“.

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