Aachen: Moderne Kita im ehemaligen Hauptschulgebäude an der Franzstraße

Aachen : Moderne Kita im ehemaligen Hauptschulgebäude an der Franzstraße

Eine neue Kita im alten Schulgebäude: Ein Gebäudetrakt der früheren Klaus-Hemmerle-Schule an der Franzstraße soll zu einer Kindertagesstätte umgebaut werden. Fünf Betreuungsgruppen könnten dort untergebracht werden.

Die Franzstraße liegt im Sozialraum 1 (Zentrum/Soers). In diesem Viertel steht derzeit für 50,6 Prozent der unter dreijährigen Kinder ein Betreuungsplatz zur Verfügung. Bei den über Dreijährigen liegt die Versorgungsquote aktuell bei gut 102 Prozent. Im Vergleich zu anderen Sozialräumen ist die Innenstadt also gut versorgt. Andererseits, argumentiert die Verwaltung, sei in der City auch die Nachfrage nach Betreuung regelmäßig besonders hoch. Dazu gebe es auch noch „überschüssige Nachfragen“ aus den anderen Vierteln.

Das Projekt Kita Franzstraße könnte auch für eine andere „Baustelle“ Entlastung bringen. Denn die städtische Kita am Boxgraben mit ihren zwei Betreuungsgruppen verfügt nicht über die Räume, die der Landschaftsverband Rheinland heutzutage für eine zeitgemäße Kinderbetreuung fordert. Ein Umbau ist dort baulich nicht möglich. „Vor diesem Hintergrund ist perspektivisch eine Schließung der Kita Boxgraben mit anschließender Verlagerung des Personals und der Kinder nach Fertigstellung des Umbaus der Kita Franzstraße an diesen Standort zu prüfen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage für die Politiker.

An einen Investor verkauft

Ein Gebäudeteil, der an die Turnhalle der ehemaligen Hauptschule angrenzt, soll zur Kita umgebaut werden. Den Rest des Schulgebäudes im Areal an der Franzstraße hat die Stadt an einen Investor verkauft. Zahlreiche neue Wohnungen, aber auch Freiräume sollen auf dem Areal entstehen. Den Realisierungswettbewerb hat das Aachener Büro KadaWittfeld gewonnen. In einer Bürgeranhörung informierte die Stadt Aachen Ende Mai über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Projekt.

Nach der Schließung der traditionsreichen Hauptschule war das Gebäude an der Franzstraße zwischenzeitlich als Unterkunft für Flüchtlinge und als Auslagerungsstandort für städtische Kindertagesstätten genutzt worden, deren Gebäude im großen Stil umgebaut wurden. Derzeit wird das alte Schulgebäude lediglich noch von der städtischen Musikschule genutzt, deren Haus am Blücherplatz gerade saniert wird. Nach Angaben des städtischen Presseamts geht diese Zwischennutzung in den nächsten Monaten zu Ende. Ende des Jahres solle das Objekt abgegeben werden, heißt es.

Es war die frühere Vorsitzende des Kinder- und Jugendausschusses, CDU-Ratsfrau Ruth Wilms, die sich angesichts fehlender Kita-Plätze in der Vergangenheit mehrfach für eine Kita im Schulgebäude Franzstraße stark gemacht hatte. Wenn dort schon Räume für eine halbe Million Euro als Kita hergerichtet seien, könne man das Provisorium doch auch längerfristig nutzen, hatte Wilms damals argumentiert.

Daraus wurde nichts. Das Provisorium ist Geschichte. Eine Kita Franzstraße aber soll nun doch verwirklicht werden. Jetzt haben die Politiker das Wort.

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