Mobilitätsausschuss fällt Beschluss zur Lohtringerstraße

Mobilitätsausschuss : Das Projekt Fahrradstraße wird konkret

Nach bereits vier Stunden Sitzung hatte der Mobilitätsausschuss noch ein wichtiges Thema vor der Brust: Insgesamt zehn Varianten für die Umgestaltung der Lothringerstraße zwischen der Oppenhoffallee und der Wilhelmstraße sollten erörtert werden.

Auf diesem Stück soll eine „Fahrradstraße“ entstehen. Das heißt: Autos und motorisierte Zweiräder stehen tempomäßig und rechtlich zurück. So beschloss es am späten Abend der Ausschuss nach einem aktuell eingereichten Beschlussentwurf der Großen Koalition. Danach wird ein entsprechendes Verkehrsschild aufgestellt und die Fahrbahn als Radweg markiert.

Die Straße wird zwischen Oppenhoffallee und Alfonsstraße zur Einbahnstraße gemacht. Auf dem Abschnitt  zwischen Alfons- und Wilhelmstraße wird einseitiges Parken zugelassen. Im Vorfeld viel diskutiert: Der Linksabbieger in Richtung Normaluhr bleibt bestehen, alleine die Rechtsabbiegespur in Richtung Kaiserplatz wird aufgehoben.

Auf dem Stück zwischen Oppenhoffallee und Alfonstraße soll weiterhin beidseitiges Parken erlaubt bleiben, die Fahrbahn hat eine Breite von 4,40 Metern. Für Fußgänger bleibt an jeder Seite ein Gehweg von 2,35 Metern. Auf dem Stück zur Wilhelmstraße haben Fußgänger und Radfahrer wegen wegfallender Parkplätze noch etwas mehr Platz.

Im Ausschuss begrüßten alle Fraktionen den Vorschlag. Allein die Tatsache, dass die Verwaltung noch die Um- oder Neuplanung des kleinen „Stadtplatzes“ vor der Gaststätte „Cocon“ zum Thema machte, stieß bei CDU-Ratsherrin Gaby Breuer auf Widerstand: „Nichts gegen den sehr guten Vortrag“, sagte sie, „aber ich kann eine so umfangreiche Neuplanung nach vier Stunden Sitzung einfach nicht aus dem Stand entscheiden.“ Zustimmung bei den anderen Kommunalpolitikern, explizit auch von Peter Blum (FPD). Der Platz vor dem „Cocon“ ist weitgehend zugepflastert und soll künftig mit mehr Grün und weniger versiegeltem Parkraum aufgewertet werden, hier soll kleiner Erholungsraum an der Fahrradstraße entstehen.

Uwe Müller vom Fachbereich Stadtentwicklung gab Entwarnung: Die Platzgestaltung könne auch folgenlos im September beschlossen werden, unabhängig von der jetzigen Entscheidung über die Einrichtung der vorgestellten Fahrradstraße.

Weitere Beschlüsse

Der Mobilitätsausschuss hatte in dieser Sitzung einige wichtige Beschlüsse auf der Tagesordnung. So trug AVV-Geschäftsführer Hans-Peter Geulen die künftig geplanten und in den AVV-Gremien zum Teil bereits beschlossenen Tariferhöhungen im ÖPNV (wir berichteten) zum 1. Januar 2020 und 2021 vor. Der AVV plant Erhöhungen von insgesamt knapp zwei Prozent, das ergäben Mehreinnahmen für die beiden Jahre von jeweils zwei Millionen Euro.

Und das liege unwesentlich höher als die aktuelle Inflationsrate, argumentierte Geulen. Nach einigen kurzen Gesprächen über Art und Ausmaß der Finanzierung des ÖPNV in der Stadt Aachen stimmte der Ausschuss bei vier Gegenstimmen der Opposition den Anhebungen zu.

Im Zuge der Ausarbeitung des Masterplans „Campus West“ beschloss der Ausschuss die von einer Düsseldorfer Planergruppe ausgearbeitete Variante eines Brückenbauwerks, das das Gebiet des Campus West mit Campus Melaten verbinden soll. Das Bauwerk soll das neue „Campusband“ an die Forckenbeckstraße anschließen und wird mit einer Länge von 113 Metern die Eisenbahngleise in Höhe des Tunnels am Pariser Ring überqueren.

Die Kosten liegen bei rund elf Millionen Euro, der Ausschuss stimmte zu. Am 3. Juli beschäftigt sich die Bezirksvertretung Mitte mit dem Thema, am 9, Juli das Bürgerforum, das ab 18 Uhr im Seminargebäude des Klinikums in der Forckenbeckstraße 71 tagt.