Mobilitätsausschuss beschließt Umgestaltung und Radfahrverbot

Mittlere Pontstraße : Radfahrer sind hier künftig unerwünscht

Auf Antrag von CDU und SPD beschließt der Mobilitätsausschuss ein Radfahrverbot für die mittlere Pontstraße in Aachen nach deren Umgestaltung.

Die Pontstraße ist stark frequentiert. Nun will die Stadt den mittleren und schon lange Zeit autofreien Teil der Kneipen- und Restaurantmeile aufpeppen. Die Maßnahme, für die Mittel aus der Städtebauförderung des Landes zur Verfügung stehen, wurde Donnerstagabend im Mobilitätsausschuss vorgestellt und bei einer Gegenstimme beschlossen.

Verkehrstechnisch wird sich dabei eine Sache grundlegend ändern: Fahrradfahrer dürfen ab der Neueröffnung nicht mehr durch die Fußgängerzone fahren. Sie erreichen möglicherweise durch das Gefälle in der Straße und den dann glatten Untergrund zu hohe Geschwindigkeiten, hieß es als Begründung für einen spontan eingebrachten Antrag der großen Koalition.

Der Antrag wurde von CDU-Ratsmitglied Jörg Lindemann begründet und bei einer Gegenstimme (Piraten) und drei Enthaltungen (Grüne) beschlossen. In der kontroversen Diskussion waren besonders die Grünen in ein Dilemma geraten. „Wir haben noch nicht mit den Radverbänden gesprochen“, meinte ihr Vertreter Henning Nießen und begründete damit die Enthaltungen bei der Abstimmung. SPD-Sprecherin Ye-One Rhie beschwichtigte: „Wir haben sie bereits befragt, es gab keine Einwände.“ Denn die Radvorrangrouten sind nicht weit und die Wüllnerstraße als eine solche ist nah. Außerdem scheint allen das Konfliktpotenzial, das die Begegnungen von Fußgängern und Radfahrern in sich birgt, klar zu sein. Die FDP mit Peter Blum stimmte ebenfalls für das Radfahrverbot, die „sehr schöne Neugestaltung“ sei das wert. Einzig Pirat Matthias Achilles stimmte dagegen, er fand die Argumente nicht überzeugend.

Pflaster wird geglättet

Im Zentrum der Umbaumaßnahmen, die nebenbei auch wegen der laufenden Kanalsanierungen nötig werden, stehen zwei Dinge. Das erste ist die Erneuerung des Pflasters in der Flaniermeile, das sich zum Teil in einem beklagenswerten Zustand befindet, von Barrierefreiheit kann hier keine Rede sein. So kam bei den Planern die Idee auf, die vorhandenen Pflastersteine an einer Seite zu glätten und wieder mit der glatten Seite nach oben neu zu verlegen. Das werde dann so, ergänzte der vortragende Planer Boris Mehlkopf, wie in der Innenstadt nahe dem Rathaus.

Eine weitere und von allen begrüßte Maßnahme ist die städtebauliche Aufbereitung des heute wenig ansehnlichen Raumes am Marienbongard unmittelbar neben der Sparkassenfiliale. Hier war der Grüne Henning Nießen sogar begeistert: „Das ist endlich ein Platz dort im Pontviertel, auf dem man dann konsumfrei sitzen kann“, sagte der Grüne mit Blick auf die Möblierung des kleinen Platzes, die dort aufgestellt werden wird.

Planer Mehlkopf hatte ursprünglich an der Front des Platzes zwei Parkplätze vorgesehen, von denen einer Fahrern mit Behinderung zugedacht war. Hier waren sich alle einig, dass man alle zwei zu Behindertenparkplätzen machen solle. Auf den Platz wird eine Hecke als Sichtschutz zu den Parkplätzen gepflanzt, als Ausgleich für die gefällten alten Bäume (Pilzbefall) werden drei neue gepflanzt.

Nach den Anregungen der Kommission Barrierefreies Bauen wird der neue Belag dort in der mittleren Pontstraße mit einem Leitstreifen und einer sogenannten Scheinrinne (eine Rinne, in der kein Wasser fließen soll) ausgestattet werden, im Gegensatz zur ursprünglichen Planung soll ihre Anordnung in der Straße „gegeneinander getauscht“ werden, eine Anregung, die der Ausschuss auch so beschloss.