Aachen: Miteinander reden und gemeinsam handeln beim „Dialog der Religionen“

Aachen : Miteinander reden und gemeinsam handeln beim „Dialog der Religionen“

Wollte man den Geräuschpegel im Weißen Saal als Gradmesser nehmen, dann konnte man feststellen, dass dieser Dialog offenbar sehr gut funktioniert. Gut zwei Dutzend Vertreterinnen und Vertreter ganz unterschiedlicher Religionsgemeinschaften in Aachen waren am Dienstag in angeregte Gespräche vertieft. Ins Rathaus waren sie gekommen, um gemeinsam mit Oberbürgermeister Marcel Phi­lipp vertraglich zu besiegeln, was sie bereits seit 13 Jahren tun: miteinander reden, gemeinsam Position beziehen, zusammen handeln.

In einem fünfseitigen Schriftstück hat der Arbeitskreis „Dialog der Religionen“ in Aachen die Grundsätze seiner Zusammenarbeit festgeschrieben. Sie sollen den Geist des Dialogs abbilden, den man gemeinsam erarbeitet hat. Vor allem aber sollen sie Regeln für die künftige Arbeit des Arbeitskreises festlegen. Der Vertrag soll eine verbindliche Grundlage schaffen, auf die sich alle Mitglieder künftig berufen können.

Dem „Dialog der Religionen“ gehören die katholische und evangelische Kirche an, ferner frei-evangelische Gemeinden, die griechisch-, russisch und koptisch-orthodoxe Kirche, die Alevitische Gemeinde, die Baha’i-Gemeinde, die Jüdische Gemeinde, die Hindu-Gemeinde, die Quäker, die muslimischen Gemeinden (Sunniten und Schiiten) und die buddhistischen Gemeinschaften, die Stadt Aachen sowie die Nichtregierungsorganisation „Religions for Peace“ an.

Als erster der 25 Mitglieder setzte der Oberbürgermeister seine Unterschrift unter das Dokument. Eine Arbeitsgruppe hat viereinhalb Jahre gebraucht, um die Grundsätze zu erarbeiten. „Auch manches Selbstverständliche ist jetzt in Sätze gegossen“, stellte Philipp zufrieden fest.

Acht Grundsätze

Acht Grundsätze hat der „Dialog der Religionen“ für sich festgeschrieben. Dazu gehören zum Beispiel der Einsatz für den demokratischen Rechtsstaat auf dem Boden des Grundgesetzes und der Einsatz für die Religionsfreiheit und die Freiheit der Religionsausübung. „Extremismus, Fundamentalismus, Nationalismus und andere menschenverachtende Ideologien“ sollen in Aachen keine Chance haben“, heißt es.

Nicht nur mit dem Aachener Friedensmahl und der Beteiligung am Tag der Integration setzt der „Dialog der Religionen“ Akzente. Auch als in Aachen Flüchtlinge in großer Zahl ankamen, habe der Arbeitskreis intensiv mit angepackt, erinnerte Philipp.

Nicht alle Religionsgemeinschaften waren beim Festakt im Rathaus vertreten. Ihre Unterschriften werden aber noch eingeholt.

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