Aachen: Mit Tempo 160 legt sich der Zug in die Steilkurve

Aachen: Mit Tempo 160 legt sich der Zug in die Steilkurve

Die Sicht vom Gerüst ist imposant und ungewohnt. Vom Baustellengelände wandert der Blick auf den unkrautbewachsenen alten Tunnel, dann endlich weiter auf das neue Bauwerk - auf das frische, noch freiliegende Gewölbe.

Nun ist er fertig, der neue Buschtunnel. Auf der Preuswalder Seite, Richtung Belgien, haben die Betonspezialisten in der vorigen Woche die letzten Teile der Portalwand gegossen. Wie auf der Aachener Seite läuft sie mit der Oberkante von der hohen seitlichen Stützwand schräg nach unten und stößt schließlich auf das historische Ziegelmauerwerk des alten Tunnelportals.

Dass das 50 Millionen Euro teure Tunnelbauwerk fertig ist, heißt keineswegs, dass hier nun die Züge rollen. Denn mit großer Sorgfalt muss der Gleiskörper noch installiert werden. Weil die Trasse im Tunnel einen Bogen macht und die Bahn mit 160 Stundenkilometern dort fahren soll, wird das Gleis leicht geneigt: Die äußere Schiene steht sieben Zentimeter höher als die innere - quasi eine Steilkurve. Schienen und Schwellen werden vormoniert geliefert und in Beton gelegt.

Entlang einer Seite ist bereits ein Handlauf montiert, dem man im Notfall nach draußen folgen kann. Auch eine Erdungsleitung ist vorhanden. 18 Leerrohre liegen für diverse Leitungen im Fuße der Wand, zum Beispiel für Telekommunikation und Signaltechnik.

Auch draußen geht die Arbeit weiter. Auf der Aachener Seite erhält die Seitenstützwand vor dem Tunnel zurzeit Betonplatten, die die Bohrpfähle verdecken. Es ist der Bereich, der während des Baus unterirdisch lag. Auf der belgischen Seite wurden statt dessen aus Rücksicht auf die gegenüberliegende Häuserzeile an der Lütticher Straße schallschluckende Elemente installiert. Demnächst beginnt ferner das Auffüllen der Böschung über den Tunnelportalen. Einen Termin konnte Bauleiter Bernd Rosenberg noch nicht nennen.

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