Aachen: Mit Licht sind Radler sicherer unterwegs

Aachen: Mit Licht sind Radler sicherer unterwegs

Warum Katharina seit neun Monaten mit einem kaputten Rücklicht durch die Stadt radelt? „Da war mein innerer Schweinehund verantwortlich”, gesteht die Studentin.

Für den endete am Samstag die Schonfrist: Bei der Beleuchtungsaktion „FahrRad in Aachen, aber Helle!” die von der Stadt Aachen in Kooperation mit der Polizei, der Verkehrswacht, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und drei Aachener Fahrradhändler durchgeführt wurde, gaben die Öcher ihre Drahtesel in Expertenhände.

„Jetzt, wo die dunkle Jahreszeit anfängt, wollten wir zusammen mit der Polizei auf die Sicherheitsprobleme hinweisen”, erklärt Gisela Nacken, Planungs- und Umweltdezernentin der Stadt Aachen. „Leider sind sehr viele Radfahrer ohne Licht unterwegs”, so Dr. Stephanie Küpper, Projektleiterin der Kampagne „FahrRad in Aachen”.

Bis zu 50 Prozent fahren unbeleuchtet - und gefährden damit nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. „Es ist jedes Jahr erneut ein Kampf, den Leuten klar zu machen, dass es mit Licht sicherer ist”, bestätigt Jonas Scholz von Flizz Eurobike. Er verarztet gerade Katharinas Rückrad: „Ich verlege hier größtenteils Kabel.

Die Rücklichter selbst sind meistens nicht das Problem.” Leuchtet das Birnchen nicht mehr, ist oft das Lichtkabel defekt. Die Mitarbeiter von Flizz Eurobike, Velo und Sausewind haben die Fahrräder der Aachener zwischen 11 und 18 Uhr kostenlos repariert und damit großen Anklang gefunden: Vor der improvisierten Außenwerkstatt am Elisenbrunnen bildete sich eine lange Schlange, 30 Minuten und länger geduldeten sich die Radler gerne für den außergewöhnlichen Service.

Für die Zähmung aller inneren Schweinehunde führen die beteiligten Fahrradhändler ihr Angebot, die Lichtanlagen von Fahrrädern kostenlos zu kontrollieren und lediglich gegen die Materialkosten zu reparieren, für eine weitere Woche fort.