Aachen: Mit kleinen Windrädchen viel Wind gemacht

Aachen: Mit kleinen Windrädchen viel Wind gemacht

Samstagvormittag in der Großkölnstraße. Es ist windig, Blätter fliegen, Frisuren werden zerzaust, alles muss festgehalten werden. Fast alles.

Denn mitten in der Einkaufsstraße sieht man kleine Papierwindräder. Ihre Flügel drehen sich, immer schneller und schneller. Wie viel Strom die wohl in diesem Moment produzieren könnten?

„Viel”, sagt Jörn Naber. Er ist verantwortlich für die kleinen Räder, die Teil der Greenpeace-Mitmachaktion an diesem Vormittag sind. Unter dem Motto „Deutschland ist erneuerbar - Frau Merkel” werben die Aktivisten für einen Atomausstieg bis 2015 und einen Ausstieg aus der Kohlekraft bis 2040.

Zehn Jahre später dann könne Deutschland seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen. „Die Brückentechnologie bis dahin ist Erdgas”, erklärt Naber. Ein ehrgeiziges Vorhaben.

Es wäre aber auch realistisch, rechnet Greenpeace vor. Experten haben einen „Plan” erstellt, der Frau Merkel zeigen soll, wie es geht. Anfang Juni, kurz bevor die Entscheidung über die Zukunft der vorläufig vom Netz genommenen Atommeiler gefällt wird, soll „Der Plan” zusammen mit den bundesweit gesammelten Unterschriften in Berlin eingereicht werden. Bis dahin liegen die Listen vor dem Greenpeace-Büro im Welthaus aus, An der Schanz 1.

„Jemanden trifft es immer”

Was der Umstieg zu erneuerbaren Energien für Aachen jedoch konkret bedeutet, da waren sich die Aktivisten nicht ganz sicher. Fest steht nur, dass die Stadt bei einer Wende hin zum grünen Strom Solaranlagen, Erdwärmeanlagen und vor allem Windparkanlagen braucht.

„Irgendwo müssen sie gebaut werden, da trifft es immer jemanden”, ist Naber überzeugt. Solange der Naturschutz bewahrt bleibt, sei ein Windpark vonnöten. Was den Schlagschatten und die Lärmbelästigung angeht, habe Aachen recht gute Voraussetzungen.

Ein Beispiel: Nach Berechnungen des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz des Landes NRW beträgt der Geräuschpegel des Euro-Windparks in Vetschau am nächstgelegenen Wohnhaus maximal 42,6 dB(A). Die Windanlagen sind im ungünstigsten Fall also etwa so laut wie ein Kühlschrank vor dem Haus.


AN-Forum: Energiewende in Aachen

Zum Thema Energiewende in Aachen veranstalten die Aachener Nachrichten am Mittwoch, 15. Juni, ein Forum im Kasino des Zeitungsverlages Aachen, Dresdener Straße 3. Beginn ist um 19 Uhr.

Auf dem Podium sitzen Vertreter der Ratsfraktionen von CDU, Grünen, SPD, FDP und Linken sowie je ein Vertreter der Bürgerinitiative „Windparkprotest” beziehungsweise „Kein Windpark im Münsterwald” Professor Albert Moser vom Institut für elektrische Anlagen und Energiewirtschaft an der RWTH Aachen wird aus Sicht des Experten Stellung beziehen. Für das Publikum besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Die Veranstaltung wird moderiert von den AN-Redakteuren Achim Kaiser und Gerald Eimer.

Das Forum ist öffentlich. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine Anmeldung per Mail an an-lokales-aachen@zeitungsverlag-aachen.de per Fax (5101-440) oder an AN-Lokalredaktion, Postfach 500110, 52085 Aachen (Stichwort AN-Forum Energiewende).