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Aachen: Mit einer alten Bohrmaschine im Werkzeugschuppen fing alles an

Aachen : Mit einer alten Bohrmaschine im Werkzeugschuppen fing alles an

Dieter Knauf ist ein Chef, den es nicht lange in seinem Büro hält. Er ist viel unterwegs, geht regelmäßig durch seine Werkshallen, redet immer wieder mit dem einen oder anderen Mitarbeiter. „Ich bin ein Praktiker, daran hat sich nie etwas geändert“, so Dieter Knauf.

2016 ist für ihn ein besonderes Jahr. Vor 45 Jahren gründete er sein Maschinenbauunternehmen, das heute unter dem Namen „Dieter Knauf GmbH“ firmiert. Gleichzeitig feiert der Mechanikermeister sein 50-jähriges Meisterjubiläum.

Angefangen hat alles mit einem Einmannbetrieb und einer alten Bohrmaschine in einem acht Quadratmeter großen Werkzeugschuppen hinter seinem Haus. Damals hat Dieter Knauf das Kleinunternehmen neben seiner festen Anstellung als Werkstattleiter an der RWTH gegründet.

Nach Feierabend machte er sein eigenes Ding. Mit Erfolg. Das Unternehmen wuchs. Der Platz im Geräteschuppen reichte bald schon nicht mehr aus. So folgte 1976 der Umzug in eine kleine Gewerbehalle in Richterich, bevor 1986 eine endgültige Bleibe in Brand gefunden wurde — in einer 1400 Quadratmeter großen Gewerbehalle. 2011 kam eine neue Produktionshalle hinzu, so dass die Gesamtproduktionsfläche mittlerweile fast 4000 Quadratmeter umfasst.

Anspruchsvolle Bauteile

Längst fertigt Dieter Knauf auf modernen CNC-Maschinen anspruchsvolle Bauteile und Baugruppen, zum Beispiel Steuerblöcke, Kolben und Schieber für Hydraulikaggregate, Bauteile für Diesel-Einspritzsysteme sowie diverse Maschinenbauteile.

Die Bearbeitungsmöglichkeiten: vom CNC-Fräsen, -Drehen und -Schleifen über Bohren, Honen und Schweißen bis hin zur Baugruppenmontage. Dienstleistungen in den Bereichen Härtetechnik und Beschichtungstechnik werden in Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen ausgeführt. In drei klimatisierten Messräumen finden die Endkontrollen statt. Nicht nur Kunden aus Deutschland schätzen das Know-how der Dieter Knauf GmbH, sondern auch solche aus England, der Schweiz, den USA oder Kanada.

„Stolz“ ist ein Begriff, den Dieter Knauf dennoch ungern verwendet. Lediglich bei seinen rund 100 Mitarbeitern macht er eine Ausnahme. „Ja, auf meine Mannschaft bin ich stolz. Ohne sie wäre das alles hier nicht zu schaffen. Viele Mitarbeiter sind Jahre oder Jahrzehnte in meinem Unternehmen“, so Dieter Knauf. Bei Samstagsschichten bringt der Chef als Wertschätzung daher persönlich regelmäßig Kuchen, Kaffee oder heißen Kakao in den Betrieb.

Großes Fest am Wochenende

Auch wenn der heute 74-Jährige stets für seine Firma gelebt hat — „Klinken putzen“ musste er laut eigener Aussage nie. Selbst die Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2007 und 2008 hat das Unternehmen sehr gut gemeistert. „Allein in den letzten beiden Jahren haben wir vier Millionen Euro in neue Maschinen investiert.“

Am 21. und 22. Mai stehen die Maschinen jedoch ausnahmsweise einmal still. Denn dann wird das Doppeljubiläum auf dem Betriebsgelände ausgiebig gefeiert, mit 500 geladenen Gästen und einem bunten Unterhaltungsprogramm. Den weitesten Weg nimmt ein Gast aus den USA auf sich.

Viele Jubiläumsgeschenke werden Dieter Knauf und seine Frau Brigitte dann allerdings nicht auspacken müssen. Das sozial engagierte Ehepaar sammelt lieber Spenden für das Ronald-McDonald-Haus Aachen.

(ck)