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Aachen: Mit dem Theater 99 auf den Spuren der sagenhaften Gräfin Mobesin

Aachen : Mit dem Theater 99 auf den Spuren der sagenhaften Gräfin Mobesin

Würden Sie sich trauen, im Hause der Gräfin Mobesin zu Abend zu essen? Diese Frage sollten sich Besucher stellen, bevor sie Karten für das nächste „Criminale Bankett“ des Theater 99 reservieren. Das Stück mit dem Namen „Das Geheimnis der Gräfin Mobesin“ basiert auf einer alten Aachener Sage und wird ab März in Kooperation mit dem Kulturbetrieb der Stadt Aachen im Couven-Museum aufgeführt.

Katharina von Thenen, genannt die Maubauch’sche, war eine ältere Dame, die tatsächlich im Aachen des 17. Jahrhunderts in einem großen Haus am Hirschgraben gelebt hat. Da sie sich nicht am öffentlichen Leben beteiligte, beispielsweise nie in die Kirche ging, sagten die Aachener ihr üble Dinge nach.

Unter anderem soll sie eine Hexe gewesen sein, die sich in eine schwarze Katze verwandeln konnte. Der Sage nach wurde ein Handwerker von besagter Katze angegriffen, konnte sich jedoch mit seinem Hammer verteidigen und dem Tier drei Zehen der Vorderpfote abtrennen. Als der Gräfin am nächsten Tag drei Finger fehlten, war sie als Hexe enttarnt und wurde öffentlich hingerichtet.

Jutta Kröhnert vom Theater 99 hat sich dieser Sage bedient und sie zu einem etwa dreistündigen Theaterstück umgeschrieben. Es ist bereits das vierte „Criminale Bankett“ des gemeinnützigen Vereins. Das erste wurde 2014 aus Anlass des Karlsjahrs aufgeführt, es sei eine der erfolgreichsten Veranstaltungen innerhalb des Rahmenprogramms gewesen.

Drei Gänge mit Musik

Zum neuesten Stück wird den Gästen ein dreigängiges Menü serviert, wie es Mitte des 17. Jahrhunderts hätte gereicht werden können. Dazu gibt es Livemusik von Ricarda Schumann, die sowohl singt als auch Flöte und Fußrasseln spielt, und Manfred Sieben an der Gitarre. „Zum Essen spielen wir einige historisch passende Stücke und zu der Aufführung selbst komponierte Lieder, die den Inhalt der Sage aufgreifen“, erklärt Schumann.

Der Besucher ist mittendrin in der Handlung des Theaterstücks, er soll sich ganz in die damalige Zeit hineinversetzt fühlen. Es spielen Silvia Möller, Jutta Sophie, Charlotte Kröhnert, Helga Landmesser, Ben Sonntag, Thorsten Schumann und Michael Kröhnert. „Gäste bleiben allerdings immer noch Gäste“, erklärt Jutta Kröhnert.

„Niemand wird aufgefordert, an der Handlung aktiv teilzunehmen, man kann sich entspannt zurücklehnen und das Stück genießen.“ Zum Dessert wird dann ein Ermittlungsbogen gereicht. Die Zuschauer können gemeinsam knobeln, wer denn nun der Mörder gewesen sein könnte. Auch wenn die Aachener Sage natürlich bekannt ist, hat Kröhnert trotzdem einige überraschende Wendungen eingebaut, wie sie bereits verrät: „Am Ende ist dann doch nicht alles so, wie es scheint.“

Irit Tirtey, kaufmännische Leiterin des Kulturbetriebs, freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Theater 99. Mit seiner Einrichtung aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert war das Couven-Museum streng genommen natürlich nicht das ursprüngliche Wohnhaus der berühmten Gräfin Mobesin. „Ein Projekt wie dieses passt trotzdem ausgezeichnet in das Ambiente dieses historischen Hauses“, sagt Tirtey.