Aachen: Miniaturenausstellung: Kleine Formate unter riesigem Mondfisch

Aachen : Miniaturenausstellung: Kleine Formate unter riesigem Mondfisch

Geheimnisvoll schwebt der große graue Mondfisch im vorderen Raum der Galerie. Sanft bewegt er sich im leisesten Windzug, deutlich zieht er die Blicke auf sich und weist wie ein Lotse der Kunst den Weg durch die Miniaturen-Ausstellung von mehr als 15 Künstlern in der Galerie Freitag 18.30.

Erschaffen wurde der Riesenfisch von dem Aachener Bildhauer Joost Meyer unter anderem mit Alabastergips, seine weiteren Arbeiten sind wie die der anderen Künstler miniaturenklein. „Viecher-Tapeten“ nennt er kleine, mit bürgerlicher Wohnzimmertapete bezogene Quadrate, aus denen „Viecher“ herausragen.

Ein Hauch von Horror dringt durch die Glätte, Energien der Wildnis greifen in Tiergestalt Raum und sogar Besitz vom teuren Porzellan. Mit viel Ironie und sichtlich Spaß an einer gewissen Provokation arbeitet auch der Bildhauer Robert Bischof, der mit seinen lässigen Menschenfiguren immer wieder Situationen aus dem Alltag aufgreift. Seine Charakterdarstellungen überzeugen bis ins kleinste Detail.

Besondere Kargheit

Michael Kravagna, österreichischer Maler in Brüssel, entfaltet auch im Kleinformat eine großartige Malerei. Seine Kunst widmet sich im Kern „Aufbau und Erosion“ und bietet letztendlich eine besondere Kargheit zur Auseinandersetzung an.

Die Japanerin Ruri Matsimoto hingegen, die derzeit in Düsseldorf lebt, setzt sich mit dem Chaos auseinander. Der Australier Joseph Marr schafft leuchtend bunte Schädel aus Bonbonmasse und versüßt den Tod, der Schwede Mikael Jacobsson inszeniert in seinen Landschaften cineastischen Thrill.

Äußerst gelungen ist auch die Hängung der Miniaturen, die bisweilen ein museales Ambiente aufkommen lässt. Leere wie auch stimmige Korrespondenzen ziehen den Besucher der Ausstellung in eine stille Betrachtung mit nachhaltiger Wirkung.

Aus Aachen an der Ausstellung beteiligt sind unter anderem Sascha Berretz, Uwe Jahn, Viorel Chirea, Sigrid von Lintig, Jupp Linssen, Manfred Mahsberg, Francois du Plessis und Kai Savelsberg. Die Ausstellung hängt und steht noch bis zum 6. Februar. Sie kann donnerstags von 14 bis 21 Uhr, freitags von 18.30 bis 21.30 Uhr und samstags von 14 bis 18.30 Uhr sowie nach Absprache besichtigt werden.